11.11.2017 15:02 |

Infoabend

Mega-Kraftwerk auf der Koralm bewegt die Region

Deutschlandsberg Kein Platz war frei in der Mehrzweckhalle Schwanberg: Die Bürgerinitiative "Nein zum Industriepark Koralm" lud zu einem Infoabend. Sie befürchtet durch den Bau eines riesigen Pumpspeicherkraftwerks eine massive Naturzerstörung. Im Publikum saß mit Peter Masser auch einer der Projektwerber.

"1435 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen das Projekt gestellt", sagt Andreas Mathauer, der Initiativen-Sprecher. "Den Leuten ist es nicht egal, was passiert, sie wollen informiert werden und mitreden."

Ob Gegner, Befürworter, Skeptiker - das Interesse am Informationsabend war beachtlich. So führte der Mineraloge Walter Postl das Publikum mit Fotoaufnahmen in die betreffende Gegend. Durch den Eingriff in die Natur würden auch Endemiten verloren gehen, kritisierte Postl. Als Beispiel nannte er die Sturzbach-Gämswurz, den Koralpen-Dammläufer und das Koralpen-Berufkraut. "Sie haben seit der Eiszeit überdauert, weil die Koralpe nicht so vergletschert war."

"Wo nehmen wir in Zukunft den Strom her?"
Der Verfahrenstechniker Uwe Begander referierte über technische, Umweltanwältin Ute Pöllinger über rechtliche Angelegenheiten. Bei der Fragestunde meldeten sich Gäste in der Halle zu Wort. Beispiele: "Was tut sich bei den Fischen?", "Wo nehmen wir in Zukunft den Strom her?", "Wer entscheidet, welche Unterlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden?"

Mathauer am Schluss: "Wir werden alles tun, um unsere Heimat, die Koralm, zu schützen." Aufgrund der Unterschriften hat man Parteienstellung und kann in die Akten Einsicht nehmen.

Projektwerber stand lange Rede und Antwort
Als Letzter verließ Peter Masser die Halle. Er stand einem Doku-Team, das sich mit der Schwarzen Sulm und dem Pumpspeicher beschäftigt, ausführlich Rede und Antwort. Was sagt er zum Abend? "Teilweise war es sehr informativ, teilweise recht amüsant." Amüsant? "Ja, zum Teil wurden Behauptungen in den Raum gestellt, die fernab jeder Wirklichkeit sind, besonders die Wirtschaftlichkeitsberechnungen."

Josef Fürbass, Kronen Zeitung

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