26.12.2006 14:20 |

Unterdrückung

Oppositionelle auf Fidschi-Inseln misshandelt

Sechs Frauen der demokratischen Opposition auf den Fidschi-Inseln sind nach eigenen Angaben von Soldaten des Putschisten-Regimes misshandelt worden. Wie die Zeitung "Fiji Times" am Dienstag berichtete, wurden die Frauen in eine Kaserne gebracht, geschlagen und zu einem Zehn-Kilometer-Marsch in heftigem Regen gezwungen.

Eine der Frauen, die aus Angst um ihre Familie ungenannt bleiben wollte, sagte im neuseeländischen Rundfunk, sie hätten mit dem Gesicht nach unten auf einem Betonboden liegen müssen. Soldaten seien dabei auf ihre Rücken gesprungen. Der Putschistenführer und Armeechef Voreqe Bainimarama bezeichnete einige der Frauen als Unruhestifter.

Das Militär hatte Anfang Dezember Ministerpräsident Laisenia Qarase gestürzt. Es war bereits der vierte Militärputsch auf der Inselgruppe innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Instabile politische Verhältnisse
Die Fidschi-Inseln liegen etwa 1800 Kilometer nördlich von Neuseeland. Die Gruppe umfasst rund 320 Inseln. Etwa 55 Prozent der 850.000 Fidschianer sind Ureinwohner, 40 Prozent indischstämmige Einwanderer. Der 52-jährige Bainimarama steht seit mehr als sechs Jahren an der Spitze der 3.500 Mann starken Armee. 1987 hatte das Militär zwei Mal selbst geputscht, im Jahr 2000 hatte es dagegen den Putschversuch von Rebellen niedergeschlagen.