Sa, 20. Oktober 2018

Beweis gefunden

19.09.2017 15:43

Linzer Terror-Geisel ermordet

Die vor mehr als zwei Jahren in der libyschen Wüste verschleppte Linzer IS-Geisel Dalibor S. ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit tot! Das geht aus den Daten eines Laptops hervor, der bei neun Leichen in der Nähe jenes Ölfeldes im Süden des Landes entdeckt wurde, von dem der damals 39-jährige Linzer Manager und seine Kollegen am 6. März 2015 entführt worden waren.

Alle Hoffnungen, Dalibor S.  lebend aus den Fängen seiner Entführer befreien zu können, sind seit gestern praktisch auf null gesunken. Daten aus einem verschollenen Laptop legen nahe, dass der Oberösterreicher, ein Tscheche und sieben weitere Geiseln drei Monate nach dem Überfall von IS-Terroristen ermordet wurden. Die Leichen waren bereits vor zwei Jahren von einer anderen radikalen Splittergruppe gefunden worden - aber erst jetzt wurde der Computer ausgewertet. Im Außenministerium wurde noch am Dienstag der Krisenstab einberufen, ein diplomatischer Mitarbeiter reiste sofort nach Libyen.

11 Wachleute erschossen, 9 Arbeiter entführt
Blenden wir zurück: Der zweifache Familienvater - er hat einen Sohn und eine Tochter - war am 6. März 2015 bei einem Überfall auf das Al-Ghani-Ölfeld in Zentrallibyen zusammen mit acht weiteren ausländischen Arbeitern von den Islamisten verschleppt worden. Elf Wachleute waren damals von den Terroristen sofort erschossen worden.

Das Schlimmste befürchtet, aber auch Hoffnung
Von dem damals 39-jährigen Linzer und mehreren ebenfalls entführten Ausländern gab es vorerst kein Lebenszeichen mehr, auch Lösegeldforderungen wurden nicht gestellt. Schon damals gingen die heimischen Behörden vom Schlimmsten aus. Dennoch machte man sich  auch immer wieder Hoffnungen, dass der Oberösterreicher noch am Leben sei. Vor allem, weil drei der Geiseln aus Bangladesh und Ghana nach gut zwei Wochen freigelassen worden waren. Sie hatten aber nichts über den Verbleib von Dalibor S. sagen können: "Wir wurden bereits am zweiten Tag nach der Entführung von den anderen getrennt und in verschiedenen Fahrzeugen abtransportiert", erzählten sie nach ihrer Heimkehr Anfang April 2015.

Außenminster Kurz informierte Familie des Opfers
Die Hoffnung stieg, als im Oktober des Vorjahres nach heftigen Kämpfen in Sirte mehrere Geiseln aus IS-Fängen befreit wurden - der Linzer war aber nicht darunter. "Nun haben wir Hinweise erhalten, wonach die oberösterreichische Geisel bereits im Juni 2015 ermordet wurde", erklärte am Dienstag Außenamtssprecher Thomas Schmöll. Außenminister Kurz informierte bereits die Familie.

Johann Haginger, Oliver Papacek, Christoph Budin / Kronen Zeitung

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