Land prüfte Frage:

Sind Handymasten mitschuld am Bienensterben?

Die Strahlung von Handymasten - wie auch Elektrosmog an sich - wird gelegentlich als Mitursache des Bienensterbens genannt. Im Auftrag von Landesrat Rudi Anschober (Grüne) ging die Abteilung Umweltschutz des Landes dieser grundsätzlich brisanten Annahme nach. Das Ergebnis: Es dürfte wirklich nichts dran sein.

"Dieses Thema taucht seit Jahren immer wieder in den Medien auf, es gibt aber wenige bis keine verlässlichen Studien", meint Dr. Robert Brotschneider von der Carl-Franzens-Universität Graz, den die Landesumweltschützer befragt haben. Der für die Koordination der Untersuchung der Winterverluste von Bienenvölkern zuständige Wissenschafter beruhigt: "Wir sind zu dem Schluss gekommen, das es eher unwahrscheinlich ist, dass Bienen durch die Strahlung so stark gestört werden, dass Völker zusammenbrechen."

Keine Bienenstöcke unter Hochspannung
Was Hochspannungsleitungen betrifft, gebe es die Empfehlung, darunter keine Bienenstöcke aufzustellen - "so wie man auch nicht darunter wohnen oder einen Stall hinstellen sollte".
Auch Dr. Gerhard Liebig von der Landesantalt für Bienenkunde  in Stuttgart beruhigt die anfragenden Oberösterreicher: "Die Suche nach Erklärungen für die Völkerverluste hat im Laufe der Zeit seltsame Blüten hervorgebracht, vermutlich, weil es ein so komplexes Problem ist. Aber einiges kann man mittlerweile ausschließen; die Handystrahlung und den Elektrosmog, zum Beispiel."
Fazit im Landhaus: Vor allem im Vergleich zum tatsächlich großen Bienenproblem, der Varroa-Milbe, könne das Strahlen-Risiko allenfalls nur klein sein.

Werner Pöchinger, Kronenzeitung

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Dienstag, 27. Oktober 2020
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