Di, 14. August 2018

Sounddeck im Test

20.08.2017 06:00

Sonos Playbase: Fetter Sound für flache Fernseher

Mit der Playbase hat der Multiroom-Audio-Spezialist Sonos kürzlich sein Heimkino-Portfolio komplettiert und ein Sounddeck vorgestellt. Dieses soll "das Beste von Sonos unter den TV" bringen. krone.at hat die Probe aufs Exempel gemacht.

70 Prozent aller Fernseher werden laut Sonos nach wie vor nicht an die Wand gehängt, sondern auf einem Möbelstück platziert. Der US-Hersteller entschied sich daher nach der Soundbar Playbar für die Entwicklung eines Sounddecks. Herausgekommen ist die Playbase: 8,6 Kilogramm schwer, 58 x 720 x 380 Millimeter groß - und damit ausreichend dimensioniert, um den meisten Flachbildfernsehern eine solide Basis zu bieten, ohne dabei zugleich sonderlich aufzufallen. Das wahlweise in schwarz oder weiß erhältliche Gehäuse aus einem speziell entwickelten Polycarbonat mit Glasanteil fügt sich unauffällig in die Wohnlandschaft und soll Fernsehern bis zu 35 Kilogramm über Jahre hinweg Stabilität gewährleisten.

Eigentlich problemlos
Besonders hervor hebt der Hersteller die unkomplizierte Inbetriebnahme und Handhabung der Playbase: "Einfaches Setup mit nur zwei Kabeln. Eins für Strom und eins für deinen Fernseher", heißt es auf der Website. Ganz so simpel gestaltete sich die Installation im Test allerdings nicht. Wer nämlich, wie in der Schnellanleitung beschrieben, die Playbase zuerst anschließt und dann den weiteren Anweisungen der dazugehörigen App folgt, muss bald feststellen, dass für den Abschluss des Setups eine physische Verbindung per beiliegendem Netzwerkkabel zum Router vonnöten ist.

Und da dieser wohl in den wenigsten Haushalten unmittelbar neben dem Fernseher steht, heißt es also alles wieder abschließen, TV hochheben, Playbase drunter rausziehen und im Nachbarzimmer beim Router erneut anschließen. Warum sich das WLAN-fähige Sounddeck nicht wie andere vergleichbare Geräte auch per Apps ins eigene Drahtlosnetzwerk hängen lässt, bleibt unklar. Ein Hinweis auf die zwingende Router-Verbindung wäre jedenfalls nützlich gewesen.

Immerhin: Ist diese Hürde genommen, lässt sich die Playbase tatsächlich ganz einfach in Betrieb nehmen und bedienen. Per Netzkabel wird das Sounddeck an die Steckdose gehängt, das - ebenfalls beiliegende - optische Audiokabel an den Fernseher. Eine HDMI-Schnittstelle sucht man demnach bei der Playbase vergeblich, das Umschalten zwischen etwaigen Zuspielern wie DVD- oder Blu-ray-Player, Spielkonsole und Co. geschieht über die Fernbedienung. Gleiches gilt für die Lautstärkeregelung - vorausgesetzt, die Playbase wird einmal per App entsprechend konfiguriert. Im Test erkannte das Sonos-Gerät das Infrarotsignal des TV-Geräts (LG) jedenfalls problemlos.

Satter Sound im schmalen Gehäuse
Alternativ stehen berührungsempfindliche Lautstärke-Tasten an der Oberseite der Playbase und natürlich die App zur Verfügung. Über sie können Höhen und Tiefen angepasst und der Sprachverbesserungs- sowie Nachtmodus aktiviert werden. Wirklich nötig war das in unserem mehrwöchigen Test nicht: Bereits ab Werk sorgen die insgesamt zehn verbauten Lautsprecher - sechs Mittel-, drei Hoch- und ein Tieftöner - für einen überraschend druckvollen, aber dennoch klaren und verzerrungsfreien Klang, der sogar räumlich wirkt, wie wir etwa anhand der knatternden Hubschrauberrotoren in "Kong: Skull Island" erleben konnten.

Wer noch mehr aus der Playbase herausholen möchte, kann dies jedoch tun: Zum einen durch das Hinzufügen zusätzlicher WLAN-Lautsprecher bzw. eines Subwoofers von Sonos; zum anderen mittels "Trueplay": Die Technologie des US-Herstellers ermöglicht es, den Klang der Lautsprecher an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen. Die Konfiguration erfolgt dabei über das Mikrofon von Smartphone oder Tablet, steht aktuell allerdings nur iOS-Nutzern zu Verfügung.

Musik-Streaming per WLAN
Apropos Smartphone bzw. Tablet: Bluetooth hat die Playbase nicht integriert. Wer über sie Musik hören möchte, streamt diese direkt über den WLAN-Router (802.11 b/g, 2,4 GHz). Die Sonos-App ermöglicht zu diesem Zweck die Einbindung der gängigsten Streaming-Dienste und Internetradios wie Spotify, Amazon Music, Apple Music, Google Play, Deezer, tunein oder napster, sodass das Smartphone für das Telefonieren und andere Dinge freibleibt.

Fazit: Von kleineren Anfangsschwierigkeiten (Router-Verbindung) einmal abgesehen, waren wir von Handling und Klang der Sonos Playbase sehr angetan. Obwohl nur knapp sechs Zentimeter hoch, sorgt sie für beeindruckenden Bass-Sound, ohne dabei jedoch Dialoge in einem Klangbrei untergehen zu lassen. Dementsprechend kann sich die Playbase auch beim Musik-Streaming hören lassen. Günstig ist sie mit einer UVP von 799 Euro allerdings nicht. Soundbars namhafter Hersteller mit teils größerem Funktionsumfang (Bluetooth) und zusätzlichen Schnittstellen (HDMI) sind bereits für ein Viertel des Preises zu haben, echte 5.1-Systeme um weniger als die Hälfte. Bedenkt man, dass für den zusätzlichen Subwoofer von Sonos weitere 800 Euro fällig sind, dürfte die Playbase vor allem für jene interessant sein, die bereits über Sonos-Lautsprecher verfügen und die Playbase nun in ihr Multi-Room-System integrieren wollen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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