Mo, 10. Dezember 2018

Wirtschaftsmission

10.07.2017 18:53

Millionencoups und die Lizenz zum Scheitern

Gründer, Guinness und Geschäftsideen: Bei einer Mission zu den "Tech-Riesen" nach Irland verfolgten Kärntner Unternehmer in Echtzeit die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, sondierten Chancen und die Gründerszene auf der grünen Insel. Rund um IBM, Microsoft und Google hat sich in Dublin ein Zentrum auch für kleine Unternehmen und Start-ups entwickelt.

Es ist 10 Uhr Vormittag. In der riesigen Cafeteria von Microsoft wird gefeiert und gejubelt. "Das sind die Neuen - sie haben ihre ersten Wochen bei uns geschafft", erklärt der Spittaler Microsoft-Mitarbeiter Peter Reinisch über die Party, in die die Kärntner Außenwirtschafts-Delegation geplatzt ist. 2000 Mitarbeiter beschäftigt der Konzern in seinem größten "Operations-Center" in Europa. Auf der grünen Insel steht auch das Datencenter; in bester Nachbarschaft zu jenen von Facebook und Google. Es gibt viel zu tun. "In der Tech-Branche sind die Jobchancen echt super", weiß Verena Zuschnig aus Klagenfurt, die hier im Suchmaschinen-Marketing arbeitet.

Niedrige Steuern, gute Arbeitskraft machen die Insel für viele Unternehmen interessant, wie Wirtschaftsdelegierter Wilhelm Nest erklärt. 250 globale Technologiekonzerne sind in Dublin niedergelassen. Rund herum haben sich etliche Klein- und Mittelbetriebe sowie 1200 Start-ups angesiedelt. Wie im Guinness Enterprise Centre (GEC), das den Unternehmern ein optimales Umfeld zur Umsetzung ihrer Geschäftsideen bieten soll. Dennoch: "90 Prozent der Start-ups scheitern", so Sarah Leahy, Verantwortliche für die Förderung der Start-up-Szene in Dublin.

Als Entrepreneur einmal zu versagen, ist hier keine Schande, sondern einkalkuliertes Risiko, das Mut und rasantes Wachstum so mit sich bringen. Auf der anderen Seite sind im GEC Dublin Start-ups groß geworden, die US-Konzerne später für Millionen-Dollar-Beträge gekauft haben.

"Als Jungunternehmer braucht man einen gewissen Spielraum, etwas nicht perfekt zu machen", befindet Anja Silberbauer, die für ihre erfolgreiche Firma "Harmony & Care" die Marktchancen in Irland auslotet. "Bei uns ist ein Umdenken erforderlich. Man sollte die Möglichkeit haben, auch einmal scheitern zu dürfen", sagt Marc Gfrerer von der Jungen Wirtschaft Kärnten. Er fordert zur Förderung der heimischen Start-up-Szene nach Dubliner Vorbild, dass Städte innovative Gründer durch Unternehmensbeteiligungen unterstützen sollten: So werde der Start als Entrepreneur, auch mit der Lizenz zum Scheitern, erleichtert.

Wie schnell die Digitalisierung voranschreitet, wird bei IBM Irland erlebbar. Hier will man nicht weniger, als "die Welt verändern". Gelingen soll das mit der künstlichen Intelligenz namens "Watson" - ein Programm, das ab Herbst in Pörtschach bei einem Projekt weiterentwickelt werden soll.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

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