Do, 19. Juli 2018

Palast bestätigt:

07.05.2017 20:30

Afghanistans IS-Anführer von Armee getötet

Spezialkräfte der afghanischen Armee haben offiziellen Angaben zufolge den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat in Afghanistan, Abdul Hasib, getötet. Das teilte der afghanische Präsidentenpalast am Sonntag in einem Statement mit. Die Operation in der Provinz Nangarhar habe bereits vor einer Woche stattgefunden - einen Tag nachdem zwei US-Soldaten in Afghanistan umgekommen waren.

Die US-Streitkräfte bestätigten den Tod Hasibs und "mehrerer weiterer ranghoher Vertreter" sowie von 35 Kämpfern der Terrormiliz bei dem Einsatz am 27. April. Auf jeden weiteren IS-Dschihadisten, der nach Afghanistan komme, warte "das gleiche Schicksal", teilte der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General John Nicholson, mit.

Hasib sei persönlich verantwortlich für einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul im März, bei dem mindestens 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden waren. IS-Angreifer hatten als Ärzte verkleidete das schwer bewachte Sardar-Daud-Khan-Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt gestürmt und Handgranaten in die überfüllten Krankenzimmer geworfen. Sicherheitskräfte und Überlebende berichteten sogar von mehr als 100 Toten.

"Bis sie vernichtet sind"
Die afghanische Regierung kündigte an, ihren Kampf gegen den IS und weitere terroristische Gruppen fortzuführen, "bis sie vernichtet sind". Der vor allem für sein brutales Vorgehen in Syrien und im Irak bekannte IS war in den vergangenen Jahren auch nach Afghanistan vorgedrungen. Er strebt über seinen Ableger "Provinz Khorasan" eine Herrschaft über Afghanistan, Pakistan und Teile der Nachbarländer an. Unter dem Druck von US-Luftangriffen und einer Bodenoffensive der afghanischen Armee verlor der afghanische IS-Ableger zuletzt jedoch wieder an Boden.

Zahl der IS-Kämpfer in Afghanistan auf 800 gesunken
Nach Schätzungen des Pentagon ist die Zahl der IS-Dschihadisten in Afghanistan von zwischenzeitlich bis zu 3000 Kämpfern auf höchstens 800 zurückgegangen. Am 13. April hatten die USA in der afghanischen Provinz Nangarhar erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Beim Abwurf der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) wurden afghanischen Angaben zufolge mindestens 95 Dschihadisten getötet.

Um die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, will das US-Verteidigungsministerium die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan deutlich aufstocken. Dem Pentagon zufolge soll US-Präsident Donald Trump in dieser Woche ein entsprechender Vorschlag unterbreitet werden. US-Medienberichten zufolge wird das Verteidigungsministerium die Entsendung von 3000 bis 5000 zusätzlichen Soldaten beantragen, die vor allem afghanische Soldaten und Polizisten beraten und trainieren sollen.

 krone.at
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