28.04.2017 07:28 |

Was wirkt?

VKI testete Zeckenschutzmittel für Haustiere

Zecken können nicht nur auf Menschen viele gefährliche Krankheiten übertragen, sondern auch auf deren liebste Gefährten: Hunde und Katzen. Doch viele Haustierbesitzer fragen sich: wie effektiv sind die verschiedenen Zeckenschutzmittel? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat die Wirksamkeit von 20 Präparaten getestet, hauptsächlich Halsbänder und Lösungen zum Auftropfen.

Babesiose, Borreliose, Anaplasmose… Die Liste der gefährlichen Krankheiten, die der Zeck auf Hund oder Katze übertragen kann, wird immer länger. Durch den Klimawandel treten bereits jetzt in unseren Breiten Erreger auf, die früher auf südlichere Regionen beschränkt waren. Die Notwendigkeit für den Schutz vor Zeckenbissen ist also für Haustiere, die sich auch im Freien aufhalten, groß. Doch durch die Menge der auf dem Markt angebotenen Präparate fühlen sich manche Konsumenten überfordert.

20 Produkte im Test
Der Verein für Konsumenteninformation hat 20 Zeckenschutzprodukte getestet. Darunter befanden sich sieben Halsbänder, zwölf Spot-ons und eine Bernsteinkette. Acht von allen untersuchten Präparaten versprachen abtötende, zwölf ausschließlich abschreckende Wirkung.

Untersuchung fand im Labor statt
Ein Freiland-Versuch mit Hunden und Katzen kam wegen möglicher Nebenwirkungen und der erwähnten Ansteckungsgefahr nicht in Frage. Daher wurde nur im Labor untersucht. Die Tester griffen dabei nur auf die erwachsenen Weibchen des Gemeinen Holzbocks zurück, denn Nymphen und Larven finden sich seltener auf Hunden und Katzen.

Giftige Mittel töten Zecken ab
Der VKI-Test zeigt, dass es sehr wohl Mittel gibt, die den gemeinen Holzbock abtöten. Doch sind hier meist Wirkstoffe im Einsatz, die große Aufmerksamkeit des Tierhalters verlangen: durch die Verwendung von Nervengiften ist einerseits eine sehr genaue auf das Körpergewicht des Tieres abgestimmte Dosierung notwendig, andererseits der Kontakt zu Kindern oder anderen Tieren zu vermeiden. Von diesen abtötenden, oft apothekenpflichtigen Mitteln sind fünf schnell wirksam, eines wirksam und zwei verzögert wirksam.

Ungiftig nicht abschreckend genug?
Auf ungiftige Produkte zurückzugreifen bringt laut Test wenig. Denn unter den Präparaten mit lediglich abschreckender Wirkung seien drei eingeschränkt wirksam und neun nicht wirksam. Diese Zeckenschutzmittel, mit meist pflanzlichem Wirkstoff, sollten aber trotzdem nicht sorglos verwendet werden: Auch sie können unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Tiere nach dem Freigang absuchen!
Das Resümee des VKI nach diesem Test: Die gesündeste und umweltfreundlichste Variante bleibt, das Tier nach dem Aufenthalt im Freien abzusuchen und gegebenenfalls die Zecken abzuklauben. Soll aber ein Zeckenschutzmittel verwendet werden, wäre es sinnvoll, mit dem Tierarzt darüber zu beraten. Der ausführliche Testbericht erscheint am 27. April 2017 in der neuen Ausgabe des Konsument, Infos unter www.konsument.at.

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