26.04.2017 08:54 |

Digital am Vormarsch

Musikmarkt konnte dank Streaming erneut zulegen

Der Musikindustrie scheint es langsam, aber sicher wieder besser zu gehen: Zum zweiten Mal in Folge legte der globale Musikmarkt zu. Laut dem am Dienstag veröffentlichten "Global Music Report" des Branchenverbandes IFPI verbuchte man 2016 einen Umsatz von 15,7 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro), was einem Plus von 5,9 Prozent entspricht. Großen Anteil daran hatte - erneut - das digitale Geschäft.

Streaming & Co. waren demnach für genau 50 Prozent des Umsatzes zuständig (7,8 Milliarden Dollar), weitere 34 Prozent entfielen auf das klassische Tonträgergeschäft (5,4 Milliarden Dollar). Der digitale Markt konnte damit seinen Aufwärtstrend fortsetzen und hat CD, Vinyl und weiteren Medien deutlich den Rang abgelaufen. Der Verband zählte mit Ende 2016 112 Millionen Nutzer von zahlungspflichtigen Streaming-Abos, womit insgesamt ein Wachstum der Streaming-Umsätze von mehr als 60 Prozent erreicht wurde. Damit konnte Rückgänge in den Bereichen Downloads (minus 20,5 Prozent) sowie physische Tonträger (minus 7,6 Prozent) wettgemacht werden.

"Mission noch nicht abgeschlossen"
Es sei ein "moderates Wachstum nach einem Jahrzehnt signifikanten Rückgangs", wird IFPI-Vorsitzende Frances Moore im Vorwort des Berichts zitiert. "Die Geschichte der Musikindustrie in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist eine der Transformation: vom Physischen zum Digitalen, von Downloads zu Streaming, vom Besitz zum Zugang." Obwohl sich nun in jüngster Zeit eine Stabilisierung abzeichnete, warnte sie allerdings davor, die Mission als "abgeschlossen" anzusehen. "Der Markt verändert sich weiterhin in einer Geschwindigkeit, wie wir es nie zuvor gesehen haben." Die Industrie müsse hier die Möglichkeiten ergreifen und weiterhin Innovation vorantreiben.

Als Problem identifizierte Moore neuerlich den sogenannten "Value Gap", der sich im Online-Bereich ergebe: Dienste wie YouTube würden zwar Musik anbieten, allerdings seien vielfach von Nutzern dort hochgeladene Musikstücke nicht lizensiert und fielen damit durch das Raster. Entscheidungsträger würden diesem Umstand mittlerweile aber Rechnung tragen und allen voran in der EU gebe es erste Bemühungen, notwendige Schritte zu setzen, so Moore. "Allerdings ist das ein globales Problem, das dementsprechend auch weltweit angegangen werden muss."

Minus in Österreich
Der weltweite Musikmarkt hat sich vor knapp drei Jahren erstmals wieder stabilisiert, nachdem in den 15 Jahren zuvor der Umsatz um beinahe 40 Prozent eingebrochen ist. 1999 waren es noch 23,8 Milliarden Dollar, die weltweit mit Musik lukriert wurden. Neben den (physischen wie digitalen) Tonträgern zählen heute auch Performancerechte (2,2 Milliarden Dollar im Vorjahr) sowie Synchronisation (400 Millionen Dollar) zu wesentlichen Pfeilern der Industrie.

Sieht man sich einzelne Märkte an, so liegt Südamerika mit einem Wachstum von zwölf Prozent an der Spitze - zum siebenten Mal in Folge. In Europa gab es ein moderates Plus von vier Prozent, in Österreich musste man - trotz guter Zahlen bei Streaming und Vinyl - ein Minus von 4,4 Prozent hinnehmen. Der Umsatz lag hierzulande im Vorjahr bei 137 Millionen Euro.

 krone.at
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