24.04.2017 06:00 |

Schmerzarmes Spital

Keine Angst vor Operation!

Wovor sich die Menschen am meisten fürchten, sind Schmerzen. Vor allem wenn man einen chirurgischen Eingriff vor sich hat, kreisen die Gedanken oft um dieses Thema. Mediziner setzen sich nun für das schmerzarme Krankenhaus ein.

"In Österreich werden etwa 1,2 Millionen Operationen durchgeführt. 120.000 Menschen erleben, dass die nach einer Operation auftretenden Schmerzen chronisch werden. Bei 12.000 Patienten sind diese Beschwerden so stark, dass sie mit massiven Beeinträchtigungen leben müssen", zeigt sich OA Dr. Wolfgang Jaksch, Abteilung für Anästhesie, Intensiv- & Schmerzmedizin, Wilhelminen Spital Wien und Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, alarmiert. "Dabei könnte mit entsprechenden Maßnahmen postoperativer Schmerz gut beherrscht und einer Chronifizierung vorgebeugt werden." Denn je heftiger dieser ausgeprägt ist, desto mehr beeinträchtigt das die Rehabilitation, führt zu Komplikationen und verlängert den Krankenhausaufenthalt. Was letztendlich dem Gesundheitssystem auch hohe Kosten verursacht.

Kritisch ist der erste Tag
"Wir wissen, dass besonders die Schmerzintensität am ersten Tag nach einem Eingriff einen wichtigen Risikofaktor für deren Chronifizierung darstellt. Deshalb ist es besonders wichtig, auftretende Schmerzen bereits im Aufwachraum systematisch zu erfassen und sofort zu behandeln", betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Likar, Generalsekretär der Österreichischen Schmerzgesellschaft und Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Klagenfurt. Die beiden Mediziner weisen darauf hin, dass diese Erkenntnisse im Spitalsalltag oft noch zu wenig berücksichtigt und entsprechende Daten nicht erhoben werden. OA Jaksch: "Das schmerzarme Krankenhaus ist keine Utopie - wie Beispiele aus anderen Ländern zeigen - und wurde von mir im Wilhelminenspital initiiert und auch umgesetzt. Schmerzarme Patienten können zum Beispiel leichter gepflegt und mobilisiert werden, sie schlafen besser und die Arbeit in der Physiotherapie wird vereinfacht."

"Einige andere Krankenhäuser in Österreich, an erster Stelle Klagenfurt, haben das Konzept übernommen. In Zeiten der Einsparungen werden aber auch schon vorhandene Strukturen, wie akute Schmerzdienste, wieder reduziert oder eingespart", bedauert OA Jaksch. Um die aktuelle Situation zu erheben, führt die Österreichische Schmerzgesellschaft am 26. und 27. April eine Patientenbefragung durch. Möglichst viele Menschen sollen nach einer Operation anonym einen entsprechenden Bogen ausfüllen.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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