02.04.2017 20:54 |

Live im Web gezeigt

Gruppenvergewaltigung: Erster Täter (14) angeklagt

Nach einer live auf Facebook übertragenen Gruppenvergewaltigung einer Jugendlichen hat die Polizei in der US-Metropole Chicago jetzt Anklage gegen einen erst 14 Jahre alten Verdächtigen wegen sexuellen Missbrauchs erhoben. Ein 15-jähriger Mittäter wurde zudem zur Festnahme ausgeschrieben. Insgesamt sollen sich bis zu sechs Angreifer an dem 15 Jahre alten Mädchen vergangen haben. Facebook betonte indessen, seine "Verantwortung für die Sicherheit der Menschen" ernst zu nehmen.

Damit sei der erste von mehreren jugendlichen Straftätern in dem Fall festgesetzt worden, hatte Polizeisprecher Anthony Gugliemi am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter nach der Festnahme des 14-Jährigen geschrieben.

Die "Chicago Tribune" berichtete am Sonntag im Anschluss an eine Pressekonferenz der Polizei, dass gegen den 14-Jährigen nach dem Jugendstrafrecht nun Anklage wegen sexuellen Missbrauchs erhoben worden sei. Dem Burschen waren zuvor schwerer krimineller sexueller Missbrauch sowie Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie vorgeworfen worden.

15-jähriger Mittäter zur Festnahme ausgeschrieben
Weitere Festnahmen in dem Fall werden erwartet, laut dem Zeitungsbericht hatten sich insgesamt bis zu sechs Angreifer an der Gruppenvergewaltigung des Mädchens beteiligt. Wie die Ermittler am Sonntag erklärten, sei mittlerweile ein 15-jähriger Mittäter zur Festnahme ausgeschrieben worden.

Vom Vergewaltigungs- zum Mobbingopfer
Das Opfer mache indessen laut Angaben der Polizei eine "sehr schwierige Zeit" durch, wie der leitende Beamte Brendan Deenihan am Sonntag sagte. "Wir haben offensichtlich ein Video von dem Vorfall, also haben wir nachprüfbare objektive Beweise dafür, was dieser jungen Dame passiert ist", so Deenihan, der auch davon sprach, dass das Mädchen nun auch noch in sozialen Netzwerken zum Mobbingopfer geworden sei. Ständig mache sich jemand darüber lustig, was passiert ist, so Deenihan. "Das ist ein sehr traumatischer Vorfall."

Mutter zeigte Polizei Vergewaltigungsvideo
Das 15-jährige Mädchen war am 19. März in der von einer hohen Kriminalitätsrate geplagten US-Metropole verschwunden. Zwei Tage später wurde sie von der Polizei gefunden und zu ihrer Mutter zurück- und anschließend zur Behandlung in ein Kinderkrankenhaus gebracht. Die Mutter übergab der Polizei drastische Screenshots von dem Verbrechen, die aus dem Facebook-Video stammten.

40 Personen haben Video gesehen, aber nichts unternommen
Erschreckend an dem Vorfall war laut US-Medienberichten auch, dass rund 40 Internetnutzer, unter ihnen auch Minderjährige, das Video ansahen, aber keiner von ihnen die Polizei verständigte. Ein Teenager habe aber zum Glück einen Verwandten des Opfers alarmiert, wie die "Chicago Tribune" berichtete. "Das ist eines der mutigsten Dinge, die ich ein Kind je tun gesehen habe", sagte der Angehörige des Mädchens. "Es waren Erwachsene, die das sahen. Keiner von ihnen hatte den nötigen Mumm, um zu sagen: 'Hey, ich muss jemanden anrufen.'"

Facebook teilte nach dem Vorfall - bereits das vierte auf Facebook live übertragene Gewaltverbrechen in Chicago seit vergangenem Oktober - mit, seine "Verantwortung für die Sicherheit der Menschen" in dem sozialen Netzwerk ernst zu nehmen. Die Familie des Mädchens ist inzwischen an einem anderen Ort untergebracht worden. Die Mutter sagte laut CBS News, dass ihre Tochter online bedroht worden sei. Auch seien ständig Kinder aus der Nachbarschaft an ihrer Tür gewesen, die die 15-Jährige sehen wollten.

Höchste Zahl an Schießereien und Morden seit zwei Jahrzehnten
In Chicago hatte die Kriminalität zuletzt stark zugenommen. Im vergangenen Jahr wurde in der Stadt die höchste Zahl an Schießereien und Morden seit knapp zwei Jahrzehnten registriert. Ein Großteil der Gewalt konzentriert sich auf wenige verarmte Stadtteile, darunter auch die Gegend, aus der die 15-Jährige stammt.

 krone.at
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