01.04.2017 15:52 |

Trotz Job beim Vater

Weiterhin Hunderte Mio. Dollar für Ivanka Trump

US-Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner haben auch nach Aufnahme ihrer Tätigkeit in der Regierung weiterhin Einnahmen von Hunderten Millionen Dollar aus Anlagegeschäften eingestrichen. Ethikexperten kritisieren, dass Donald Trumps weitverzweigtes Geschäftsimperium seit seiner Wahl zum Präsidenten große Interessenskonflikte hervorruft. Überhaupt machen nun veröffentlichte Dokumente des Weißen Hauses deutlich: Die aktuelle US-Regierung ist eine der reichsten in der Geschichte der USA.

Trump und Kushner, die beide offiziell als enge Berater von Präsident Donald Trump tätig sind, erhalten demnach weiterhin zwischen 240 und 740 Millionen Dollar (224,49 bis 692,17 Mio. Euro) aus Beteiligungsgesellschaften, wie aus einer Erklärung des Weißen Hauses hervorgeht, die am Freitagabend veröffentlicht wurde.

Ivanka Trumps Anteile am Trump International Hotel etwa, das sich in unmittelbarer Nähe des Weißen Hauses befindet, gelten demnach als Einnahmequelle, die einen möglichen Interessenskonflikt darstellen können. Kritiker monieren, dass Interessensgruppen oder ausländische Regierungsvertreter in dem Luxushotel absteigen könnten, um in die Gunst der US-Regierung zu kommen. Ivanka Trump will ihre Anteile an dem Hotel behalten.

Die Anteile an dem Hotel liegen demnach zwischen fünf und 25 Millionen Dollar. Zwischen Jänner 2016 und März 2017 nahm Ivanka Trump den Dokumenten zufolge durch ihre Anteile an dem Hotel zwischen einer und fünf Millionen Dollar ein. Die Trump-Tochter hatte erst vor wenigen Tagen offiziell den Posten einer Präsidentenberaterin erhalten.

Ihr Ehemann Jared Kushner ist ebenfalls als Berater für den Präsidenten tätig. Vor einigen Tagen beauftragte Trump seinen Schwiegersohn zudem mit der Leitung einer neu geschaffenen Regierungsstelle zum Abbau von Bürokratie. Zwar gab der 36-Jährige seine ranghohen Positionen an mehr als 200 Schnittstellen mit dem Immobiliengeschäft seiner Familie auf, streicht aber dennoch weiter Profite von Beteiligungsgesellschaften ein, die in Verbindung zu dem Geschäftsimperium stehen, das er mit seinem Vater geleitet hatte.

Millionenschwere Präsidentenberater
Die Dokumente des Weißen Hauses beinhalten auch Angaben zum Vermögen von Ex-Goldman-Sachs-Vorstand Gary Cohn, der mittlerweile den Nationalen Wirtschaftsrat der Regierung leitet, sowie zu Donald Trumps Chefstrategen Steve Bannon. Cohn gab demnach Aktiva zwischen 253 und 611 Millionen Dollar sowie ein Einkommen im Jahr 2016 von bis zu 77 Millionen Dollar an.

Im Fall Bannon wird allein seine Beratungsfirma auf fünf bis 25 Millionen Dollar geschätzt. Überdies wurden Mietimmobilien im Wert von bis zu 10,5 Millionen Dollar und bis zu 2,25 Millionen Dollar bei der Bank genannt. Bannon selbst hatte 191.000 Dollar an Beratungshonoraren angegeben, die er mit dem rechtsgerichteten Internetportal "Breitbart News" erzielte. Weitere 125.000 Dollar nahm er nach eigenen Angaben mit seiner Arbeit für das Unternehmen Cambridge Analytica ein sowie 61.000 Dollar an Gehalt eines konservativen, gemeinnützigen Vereins.

US-Regierung eine der reichsten in der US-Geschichte
Die Dokumente des Weißen Hauses zeigen das Vermögen und die Anlagen ranghoher Mitarbeiter zu dem Zeitpunkt auf, zu dem sie ihre Regierungsarbeit aufgenommen haben. Die aktuelle US-Regierung gilt als eine der reichsten in der Geschichte der USA. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg schätzt das Vermögen des Kabinetts und ranghoher Regierungsbeamter auf rund zwölf Milliarden Dollar.

Trump will nicht auf Geschäftsanteile verzichten
Ethikexperten kritisieren schon seit Trumps Wahl zum Präsidenten, dass sein weitverzweigtes Geschäftsimperium große Interessenskonflikte heraufbeschwöre. Vor seinem Amtsantritt im Jänner hatte Trump angekündigt, die Kontrolle über sein Firmenimperium seinen beiden Söhnen Donald Jr. und Eric zu übertragen, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Seine Geschäftsanteile wollte er aber nicht abstoßen.

Die Trump Organization, deren Netzwerk von Hotels, Golfclubs und Luxuswohnanlagen sich über 20 Länder erstreckt, ist nicht an der Börse notiert. Deshalb werden auch keine Zahlen öffentlich gemacht. Bisher hat sich Trump zudem geweigert, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, wie es bei US-Präsidentschaftskandidaten eigentlich üblich ist.

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