Do, 19. Juli 2018

Sechs Monate bedingt

15.03.2017 15:04

Nachtschwärmer nahmen Rache an Radargerät

Drei 20-jährige Männer hatten anscheinend genug von ständigen Radarstrafen in Linz. Nachdem sie mit ihrem Pkw zuvor von einem Gerät geblitzt worden waren, beschlossen sie kurzerhand, Rache an der Radarfalle zu nehmen, und beschädigten diese. Am Landesgericht Linz kassierten sie deshalb - nicht rechtskräftig - sechs Monate bedingt wegen schwerer Sachbeschädigung. Die gut 9000 Euro Schaden müssen sie auch bezahlen.

Die drei Männer waren im Auto am Weg nach Linz auf der Umfahrung Ebelsberg geblitzt worden. Nachdem ein von ihnen angepeiltes Lokal bereits geschlossen hatte, beschlossen sie, ein Laufhaus zu besuchen. Sie fuhren den Weg wieder zurück und hielten davor an einer Tankstelle, um die Adresse des Etablissements ins Navi einzugeben. Der Weg dorthin führte wieder an dem Radarkasten vorbei. Soweit waren die Schilderungen der Angeklagten, die sich nicht schuldig bekannten, zumindest in groben Zügen übereinstimmend.

Widersprüchliche Angaben
Was auf den exakt 194,4 Metern zwischen Radar und Tankstelle passiert ist, dazu wurden die Widersprüche umso größer, je detaillierter Richter Walter Eichinger nachfragte. Die drei Angeklagten präsentierten in getrennten Einvernahmen unterschiedliche und kreative Versionen, denen der Richter keinen Glauben schenkte.

Mehr Glauben wurde einem Zeugen geschenkt: Er hatte der Polizei damals gemeldet, dass ein Wagen zwischen Tankstelle und Radarkasten rückwärtsgefahren sei, eine Person neben dem Gerät kniete und daran eine Abdeckung fehle. Wenig später konnten das beschriebene Fahrzeug und die drei Burschen von Beamten bei der Tankstelle aufgefunden werden.

Richter: "Schuss vor den Bug" nötig
Da zwar alle unbescholten sind, teilweise aber bereits mit Gericht und Polizei zu tun hatten, erachtete der Richter einen "Schuss vor den Bug" für nötig. Er verurteilte sie zu sechs Monaten bedingt. Zudem ordnete das Gericht Bewährungshilfe an. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

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