Do, 25. April 2019
31.01.2017 16:19

Japano-Rollenspiel

"Tales of Berseria": Ein Racheengel auf Abenteuer

Vom liebevollen, fürsorglichen Mädchen zum dämonischen Racheengel: Velvet Crowe macht in Bandai Namos Japano-Rollenspiel "Tales of Berseria" eine beeindruckende Wandlung durch. krone.at hat sie auf ihrem Abenteuer durch das Königland Midgang begleitet.

Die Guten sind auch nicht besser als die Bösen - diese schmerzliche Erfahrung muss Velvet im jüngsten Ableger der "Tales of"-Serie machen. Wie es dazu kommen konnte, dass aus der anfänglich noch so charmanten Protagonistin eine vom Drang nach Vergeltung Getriebene wird, sei an dieser Stelle nicht verraten, nehmen sich die Entwickler während der ersten Spielstunden doch ausführlich Zeit, ihre persönliche Entwicklung und die ihr zugrundeliegenden Motive aufzuzeigen und zu erklären.

Die Wandlung berührt in jedem Fall und hinterlässt auch an Velvet ihre Spuren - sowohl körperlich als auch seelisch. Mit ihrem schwarzem Humor, bissigen Kommentaren und einer gewissen Anti-Haltung steht die Heldin letztlich im angenehmen Kontrast zu ihren - für japanische Rollenspiele typisch - stark überzeichneten und farbenfrohen Begleitern, die sich dem Abenteuer im Spielverlauf anschließen.

Letzteres besteht neben zahlreichen Dialogen und animierten Zwischensequenzen aus der Feder des japanischen Studios ufotable aus kämpferischen Auseinandersetzungen mit Feinden und Monstern aller Art. Kenner der "Tales of"-Teile dürften sich dabei auf Anhieb zurechtfinden; Einsteiger verwirrt das auf Ketten-Kombos basierende Echtzeit-Kampfsystem mit seinen exotischen Begriffsbezeichnungen dagegen wohl nur unnötig.

Dank umfangreicher Tutorials finden sich spätestens nach zwei bis drei Stunden Neulinge zurecht und kombinieren zuverlässig verschiedene Angriffe und Zauber miteinander, weichen feindlichen Attacken aus oder blockieren diese. Schön wäre es dennoch gewesen, wenn die Entwickler neben Story und Action ihr Augenmerk verstärkt auf Verständlichkeit, Benutzerführung und Übersichtlichkeit - insbesondere in den schnöden, wenig ansprechend gestalteten Menüs - gelegt hätten.

Hinter den Erwartungen bleibt leider auch die grafische Aufmachung zurück. Überzeugen die Hauptcharaktere noch durch liebevoll gestaltete Details, herrscht abseits der farbenfrohen Zwischensequenzen in den zumeist schlauchartigen Levels Textur-Tristesse: Zu sehen gibt es wenig, und das lediglich in einer Qualität, die mitnichten State-of-the-Art ist.

Fazit:"Tales of Berseria" lebt von seiner Protagonistin und ihrer Geschichte, die durch packende Kämpfe und kuriose Charaktere zusätzlich aufgewertet wird. Nicht überzeugen kann das Japano-Rollenspiel dagegen in technischer Hinsicht: Die grafische Aufmachung und das Leveldesign wirken altbacken, das Potenzial der PS4 bleibt weitgehend ungenützt, was angesichts der starken Heldin mehr als schade ist.

Plattform: PS4
Publisher: Bandai Namco
krone.at-Wertung: 7/10

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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