Fr, 19. Oktober 2018

Im Eigenbau

18.01.2017 06:38

So macht der IS aus Drohnen tödliche Waffen

Seit Mitte Oktober rückt die irakische Armee auf die IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes vor und versucht, die Dschihadisten aus der Großstadt zu vertreiben. Doch der IS wehrt sich mit allem, was er hat. Sogar Selbstbau-Drohnen hetzen die Terroristen auf die irakische Armee. Bilder aus Mossul zeigen nun, wie die Kamikaze-Drohnen der Dschihadisten konstruiert sind.

Wie das Technikportal "Engadget" berichtet, hat die irakische Armee seit Beginn ihrer Offensive im Oktober ein Dutzend IS-Drohnen abgeschossen. Bilder der Fluggeräte zeigen: Es handelt sich um handelsübliche Drohnen, die eigentlich für Luftaufnahmen gedacht sind, aber vom IS zu Waffen umgebaut wurden.

Selbstbau-Abwurfvorrichtung für Granaten
Detailaufnahmen der IS-Drohnen zeigen, wie die Dschihadisten sie nutzen. So wurden an den Hobby-Drohnen offenbar behelfsmäßige Abwurfvorrichtungen montiert, in denen eine einzelne Granate Platz findet. Dem kurdischen Nachrichtenportal "Rudaw" zufolge hat der IS mit dieser Konstruktion bereits einige Zivilisten getötet und Kriegsgerät beschädigt.

Dem Bericht zufolge nutzt der IS seine Selbstbau-Drohnen einerseits, um Granaten auf Ziele abzuwerfen, andererseits aber auch als Kamikaze-Waffen, die mit hoher Geschwindigkeit auf ihr Ziel zufliegen und beim Aufprall detonieren.

Armee kämpft mit Anti-Drohnen-Kanonen
Die irakische Armee - sie nutzt selbst handelsübliche Drohnen zur Aufklärung - hat sich für die neue Bedrohung aus der Luft gerüstet: Sie nutzt Anti-Drohnen-Kanonen, die mit Störsignalen dafür sorgen, dass feindliche Drohnen die Orientierung verlieren und abstürzen. Auf diese Weise konnte bereits mehr als ein Dutzend IS-Drohnen vom Himmel geholt werden.

Furcht herrscht unter den Kämpfern, die Mossul vom IS befreien sollen, indes vor einer anderen Bedrohung: Viele Iraker befürchten, dass der IS irgendwann auch chemische Kampfstoffe mit Drohnen verbreiten könnte. Bislang ist das zwar noch nicht geschehen, es wäre aber eine echte Gefahr für Soldaten und Zivilisten am Boden.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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