Di, 18. September 2018

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15.01.2017 09:00

"Natural Disasters": Wenn die Megacity Feuer fängt

Das Städtebauspiel "Cities: Skylines" erfreut sich auch anderthalb Jahre nach seiner Veröffentlichung noch größter Beliebtheit. Das liegt auch daran, dass der Entwickler Colossal Order laufend neue Erweiterungen für das Spiel herausbringt. Nach Winter- und Nachtlandschaften rüstet das jüngste Add-on "Natural Disasters" nun Naturkatastrophen nach. Grund genug für einen krone.at-Kontrollbesuch im Städtebau-Epos.

Seit der Erstveröffentlichung von "Cities: Skylines" hat sich in der Städtebauwelt viel getan. Mit dem DLC "After Dark" haben die Entwickler hübsch anzusehende Tageszeiteffekte eingebaut und schillernde Neon-Metropolen ermöglicht, in "Snowfall" wurden Winterlandschaften eingebaut.

Städte bauen - und dem Erdboden gleichmachen
Mit "Natural Disasters" gibt es nun seit kurzem das dritte große Download-Paket für den Städtebau-Hit. Und der macht Baumeistern ein Angebot, das eigentlich so gar nicht ins Aufbauspiel-Konzept passt: Die mühsam erschaffenen Städte mit allerlei Naturkatastrophen dem Erdboden gleichmachen.

Das Add-on liefert verschiedenste Katastrophen - von kleineren Ereignissen wie Waldbränden, die sich freilich zum ganze Stadtteile verschlingenden Inferno ausweiten können, bis hin zu wahrhaft apokalyptischen Dramen wie Meteoriteneinschlägen, gewaltigen Tornados oder Tsunamis.

Das Add-on bringt Baumeistern freilich nicht nur die Möglichkeit, ihre mühsam errichteten Städte effektreich dem Erdboden gleich zu machen, sondern auch, sie gegen Katastrophen zu schützen.

Katastrophenabwehr bringt Tiefe ins Spiel
Eine ganze Reihe neuer Gebäude sind hinzugekommen: Bunker, in denen die Bevölkerung im Fall des Falles Unterschlupf sucht, Warneinrichtungen für Waldbrände, Tsunamis oder dergleichen, Warnsender oder auch Anlagen zur Weltraumbeobachtung. Auch Katastrophen-Einsatztrupps haben die Entwickler dem Spiel spendiert, die zusätzlich zu vorhandenen Einsatzkräften im Katastrophenfall tätig werden. Auch Löschhubschrauber zur Brandbekämpfung sind neu hinzugekommen.

Die neuen Einrichtungen zur Katastrophenbekämpfung werden dabei vor allem all jene ansprechen, die gern eine florierende Stadt aufbauen und diese konsequent gegen die wahlweise zufällig oder auf Befehl über die Stadt hereinbrechenden Ereignisse schützen wollen. Neben Wirtschaft, Verkehr, Versorgung und Politik sind die Anti-Katastrophen-Einrichtungen eine willkommene neue Facette, die das Tüfteln um die perfekte Stadt wohltuend erweitert.

Städte bauen - und dann Gott spielen
Letztlich bedient "Natural Disasters" aber auch Gamer, die gerne den Allmächtigen heraushängen lassen. Erst eine florierende Stadt zu erschaffen, nur um sie wenig später mit allerlei Naturgewalten wieder abzureißen, mag nicht unbedingt dem Sinn des Aufbaugenres entsprechen, es macht aber mächtig Spaß - zumal die Katastrophen prächtig animiert werden.

Tsunamis, die sich tief in die Stadt schieben, Gebäude überfluten und Autos fort tragen. Gewitterstürme, deren Blitze für Sekundenbruchteile die ganze Stadt ausleuchten, blinkende Stromausfälle verursachen und Hochhäuser in Fackeln verwandeln. Tornados, die Autos durch die Luft wirbeln. Es ist eine Freude, den Katastrophen in "Natural Disasters" bei der Arbeit zuzusehen.

Die Katastrophen sind ein Augenschmaus
Da ist es erfreulich, dass das Game trotz seiner hübschen Optik und der zweifellos hohen Rechenlast, welche die Animation und Berechnung einer von einer Katastrophe getroffenen Großstadt erzeugt, auch auf etwas älteren Systemen rund läuft. Die moderaten Hardware-Anforderungen finden Sie hier.

Auch an der Soundkulisse haben wir nichts auszusetzen: Knisternde Flammen, tosende Winde, rauschende Wellen - die Katastrophen sind allesamt sauber vertont und sogar recht realitätsnah. Dass sich beispielsweise das Wasser vor einem Tsunami zurückzieht, bevor es mit umso größerer Wucht wieder aufs Festland trifft, kann man in "Natural Disasters" gut beobachten.

Fazit: "Cities: Skylines" hat anderthalb Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nichts von seinem Reiz verloren. Mit seiner komplexen Städtebaumechanik, bei der sich der Nutzer selbst ums Verlegen der Wasserversorgung kümmern muss, und seinen weitläufigen Spielfeldern und der aktiven Community-Unterstützung ist es nach wie vor eines der besten Aufbauspiele der Gegenwart. Und mit den seit Release erschienenen DLCs - allen voran nun der jüngste Neuzugang "Natural Disasters" - hat es sogar noch einige spaßige neue Tricks gelernt.

Einziger Wermutstropfen: Wenn es nicht gerade im Angebot ist, kommt das Game mit allen DLCs auf einen Preis von rund 70 Euro. Trotz des beachtlichen Umfangs relativ viel, auch wenn es Besitzer des Hauptspiels tröstet, dass "Natural Disasters" allein mit akzeptablen 15 Euro zu Buche schlägt.

Plattform: PC (Windows, MacOS, Linux)
Publisher: Paradox Interactive

krone.at-Wertung: 9/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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