Do, 21. März 2019
20.09.2016 07:56

UN-Flüchtlingsgipfel

Kern fordert auch EU-Abkommen mit Ägypten

Bundeskanzler Christian Kern hält ein EU-Flüchtlingsabkommen mit Ägypten nach dem Vorbild des Deals mit der Türkei für nötig. "Europa muss ein Interesse haben, die Region zu stabilisieren", sagte Kern am Montagabend nach dem UN-Flüchtlingsgipfel in New York, wo er unter anderen mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi zusammengetroffen war.

Ägypten habe 91 Millionen Einwohner und nach Angaben Sisis rund fünf Millionen Flüchtlinge, sagte Kern. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshochkommissariats sind es etwas weniger. Spätestens im kommenden Jahr könnte die Flüchtlingsproblematik aus dieser Region Österreich wieder mit voller Wucht treffen, so der Kanzler. Daher unterstütze er den Plan der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, mit Ägypten und den Ländern der Region Abkommen zu schließen. Die von der EU bereits genannten acht Milliarden Euro für Ägypten und andere Länder der Region seien eine "realistische Summe", erklärte der Bundeskanzler - wobei letztlich wohl mehr Geld notwendig sein dürfte.

Kurz: "Kooperation mit Ägypten ist selbstverständlich"
Kern traf auch mit Jordaniens König Abudullah II. zusammen, der in seinem Land nach eigenen Worten 1,4 Millionen Flüchtlinge beherbergt. Auch hier forderte Kern mehr Engagement an Ort und Stelle, ansonsten verstärke man die Abhängigkeit von der Türkei. Diese Befürchtung äußerte auch Außenminister Sebastian Kurz. "Ägypten ist ein wichtiger Player und wohl zu Recht der Meinung, dass es zwar eine Kooperation mit der Türkei gibt, aber auf andere Länder vergessen wird. Einen wirklich konkreten Plan haben wir bis jetzt aber noch nicht." Dass mit diesen Staaten kooperiert werden müsse, sei aber selbstverständlich, so der Außenminister in New York.

Kern an Ungarn und Polen: "Solidarität ist keine Einbahnstraße"
Unterschiedliche Ansichten vertraten Kern und Kurz bezüglich des Umgangs der EU mit jenen Mitgliedsstaaten, die sich nicht an die ausgemachte Flüchtlingsverteilung halten. Während Kurz Länder wie Ungarn und Polen zuletzt des öfteren in Schutz nahm, sagte Kern am Montag in New York: "Solidarität ist keine Einbahnstraße." Jene EU-Länder, die nicht bereit seien, Flüchtlinge aufzunehmen, sollten "wenigstens zahlen".

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
1:1 gegen Serbien
Deutschland stolpert ins Länderspieljahr 2019
Fußball International
Nicht verschüttet
Gatte gleich von zwei Lawinen in Tiefe gerissen
Oberösterreich
Traurige Gewissheit
Vermisster Schauspieler tot in Wald aufgefunden
Niederösterreich
Talk mit Katia Wagner
„Facebook verdient an Hasstätern eine Menge“
Österreich
„Verhetzende Aussagen“
Islamische Glaubensgemeinschaft zeigt Strache an
Politik

Newsletter