03.09.2016 14:24 |

Hypo-Pleite

Schelling: Rasche Einigung statt langer Prozesse

Optimistisch zeigt sich Finanzminister Schelling im "Krone"-Interview, dass es mit den Heta-Gläubigern bald zu einer Einigung kommen wird: "Wir werden am Dienstag ein neues Angebot übermitteln, das mit den Gläubigern abgestimmt ist. Damit könnten wir das Heta-Problem für alle Zeiten vom Tisch haben."

Worum geht es? Nach der Pleite der Hypo Alpe Adria hat die Republik die Haftung für die offenen Schulden übernommen, ansonsten wäre es zu einem Finanz-Crash gekommen. Die Restvermögen aus der Hypo-Pleite wurden in der Heta zusammengefasst und werden inzwischen "plangemäß" abverkauft.

Minister Schelling hat den Gläubigern (z. B. Versicherungen, Banken, Fonds) angeboten, 75 Prozent gleich zu zahlen - zusätzlich gibt es eine Nullkupon-Anleihe, die nun statt mit 18 Jahren Laufzeit mit nur noch 13,5 Jahren ausgestattet ist. De facto würden die Gläubiger damit über 90 Prozent ihrer Gelder bekommen.

In Vorgesprächen waren die Gläubiger mit dem neuen Offert im Wesentlichen einverstanden. Damit der Deal tatsächlich über die Bühne geht, muss eine ausreichende Mehrheit (zwei Drittel) der Gläubiger zustimmen. Finanzminister Schelling: "Da bin ich zuversichtlich. Und wir könnten dieses unselige Kapitel endlich schließen."

Schelling hatte die Spätfolgen der Bank-Pleite von seinen Vorgängern geerbt. Ihm blieb eigentlich nur übrig, einen Ausweg zu suchen, der den Schaden möglichst klein hält. Denn phasenweise stand gar eine Pleite des Landes Kärnten im Raum, dies hätte auf den Finanzmärkten dazu geführt, dass sich die Kredite der Republik Österreich und jene der einzelnen Bundesländer verteuert hätten, weil damit die Bonität Österreichs als Schuldner in Frage gestellt worden wäre.

Für das Budget und die Staatsschuld wird das neue Heta-Offert keine Auswirkung haben. Schelling: "Wir haben das Risiko bereits in unseren Zahlen berücksichtigt gehabt."

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