Mi, 20. Juni 2018

Suche nach Posten

01.09.2016 19:41

Wrabetz nicht froh: ÖVP will Grasl beim ORF halten

Trotz seiner Niederlage bei der Generaldirektorwahl wird der derzeitige Finanzdirektor Richard Grasl wohl weiterhin mit einem hochdotierten Job beim ORF rechnen. Wie krone.at aus ÖVP-nahen Kreisen im Stiftungsrat erfuhr, dürfte es sich um einen Deal zwischen dem wiedergewählten ORF-Chef Alexander Wrabetz und Grasl handeln, um die Unterstützung des ÖVP-"Freundeskreises" für wichtige Vorhaben - darunter eine Gebührenerhöhung - zu sichern.

In den vergangenen Wochen wurde viel über einen möglichen Wechsel Grasls in die Privatwirtschaft spekuliert. Allerdings dürfte es wohl bei diesen Spekulationen bleiben. Auch wenn das erste Angebot von Grasl dem Vernehmen nach abgelehnt wurde. Ihm soll den Informationen zufolge der Sessel des niederösterreichischen Landesdirektors angeboten worden sein. Nun wird offenbar weiter nach einem geeigneten Posten gesucht. Die ÖVP dürfte danach trachten, ein "Gegengewicht" zu Wrabetz aufzubauen. Dieser ist gerade dabei, sein Direktorenteam zusammenzustellen.

Dass sich die ÖVP, insbesondere der starke niederösterreichische Flügel der Volkspartei, im Hintergrund für einen Verbleib von Grasl stark und davon auch die Zustimmung zu einer Erhöhung der ORF-Programmentgelte abhängig macht, wollte der Leiter des ÖVP-"Freundeskreises", Thomas Zach, am Donnerstag nicht kommentieren. "Das sind Gerüchte. Bevor wir uns mit Personalspekulationen vertun, sollten wir uns mit Reformen beschäftigen", so der ÖVP-Stiftungsrat.

Grasl will Spekulationen nicht kommentieren
Grasl, der eigentlich mit Jahresende aus dem ORF ausscheiden wollte, möchte die aktuellen Spekulationen um seine Person nicht kommentieren. Deutlicher ist da schon der Kärntner Stiftungsrat Siggi Neuschitzer, der im August für Wrabetz als ORF-Chef gestimmt hatte: "Mein Wunsch wäre es von Anfang an gewesen, dass das Team um Wrabetz und Grasl seine gute Arbeit für weitere fünf Jahre fortsetzt. Nachdem die beiden aber mit zwei komplett konträren Konzepten angetreten sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass jetzt einfach alles eitel Wonne ist und man weiter arbeitet, als wäre nichts gewesen. Das wäre ja so, als würde man seine geschiedene Frau wieder heiraten - ein No-Go."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.