12.09.2006 12:43 |

Auf leisen Sohlen

Syphon Filter: Dark Mirror

Entgegen ersten Vermutungen handelt es sich bei "Syphon Filter: Dark Mirror" nicht um ein Game für Installateure und Klempner. Stattdessen gibt es ein Wiedersehen mit Gabe Logan, seines Zeichens Elite-Agent, der es in seinem neuesten Abenteuer mit einer Organisation namens "Rote Sektion" zu tun bekommt.

Was diese ominöse Organisation allerdings Böses im Schilde führt, dass weiß auch Logan nicht so recht. Stück für Stück versucht er dem Geheimnis auf den Grund zu kommen. Immerhin scheint es wichtig zu sein, denn sonst würden nicht er und sein Agenten-Trupp zu Hilfe gerufen werden. Die erste Spur - und damit genug der Einführung -führt das Team in eine Petroleum-Raffinerie nach Alaska.

Vor dem Trip in die verschneite Landschaft empfiehlt sich allerdings ein Abstecher in das umfangreiche Tutorial. Hier darf Gabe so tun, als ob er von Tuten und Blasen keine Ahnung hätte und alle Spielarten des Agenten-Daseins ergründen. Bevor es an die Waffen geht, muss Logan seine müden Knochen auf Vordermann bringen: klettern, ducken oder hangeln gehören zum Repertoire. Anschließend gilt es den möglichst lautlosen Nahkampf und das Deckung-Suchen zu erproben, ehe dann mit Sniper-Gewehr, Minen, Gas- und Explosionspfeilen Jagd auf Rekruten gemacht werden darf. Ebenfalls immer mit im Gepäck: Nachtsichtgerät und Infrarotbrille.

So viel Equipment und Bewegungstalent will natürlich auch gesteuert werden und so überrascht die PSP-Version mit einer zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftigen Tasten-Belegung. Gesteuert wird der Agent nämlich mit dem Analog-Stick, während mit dem Pad auf der linken Seite sämtliche Waffen und Gadgets zugeordnet werden. Die Buttons rechts - und das ist neu - steuern die Kamera. Mit den Schultertasten wird schließlich gezielt und gefeuert. Nach einer Weile hat man den Dreh raus und spielt wie mit einem PS2-Controller.

Grafisch ist "Syphon Filter: Dark Mirror" ein echter Hingucker geworden, der die Kapazitäten der PSP voll ausreizt. Das gilt nicht nur für die filmreifen Zwischensequenzen, sondern auch für die mit viel Liebe zum Detail gestalteten Level. Auch die Soundkulisse ist nicht ohne, wurde jeder Figur doch ein eigener Sprecher verpasst. Lediglich das ständige Rauschen des Funkverkehrs könnte als ein wenig störend empfunden werden. Absolut überzeugen kann hingegen wieder die KI der Gegner. Diese wissen nämlich durchaus auch sich zu verstecken und beispielsweise die eigene Nachladepause zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Wer die 23 abwechslungsreichen Einzelmissionen schließlich erfolgreich zu Ende gebracht hat, der kann sich entweder mit bis zu acht Mitspielern auf fünf Maps in verschiedenen Spielmodi messen oder jede Mission unter anderen Vorgaben erneut spielen und dabei Bonusmaterial freischalten.

Fazit: Obwohl sich "Syphon Filter: Dark Mirror" eindeutig bei bereits vorhandenen Genre-Größen bedient, bietet das Spiel einen gesunden und fordernden Mix aus Schleicheinlagen und bleihaltiger Action, der dank gelungener Story für Langzeitmotivation sorgt. Sehr gute Grafik, packender Sound und eine gelungene KI besorgen den Rest und machen "Syphon Filter" zu einem Must-have für PSPler.

Plattform: PSP
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 90 %

von Sebastian Räuchle

Samstag, 12. Juni 2021
Wetter Symbol