Fr, 14. Dezember 2018

Österreicher besorgt

21.07.2016 16:55

Angst vor Terror ist so groß wie noch nie!

Die grauenhafte Blutspur, die der internationale Terror mit seinen perfiden Anschlägen zieht, sorgt bei vielen Bürgern - leider berechtigt - für steigende Angst. Fürchteten sich 2008 "nur" 75 Prozent der Österreicher vor internationalem Terrorismus, so machen sich heute bereits 83 Prozent der Befragten "Terror-Sorgen".

Wobei die tatsächlichen Befürchtungen der Österreicher wahrscheinlich sogar noch ein wenig größer sein dürften, da die Unique-Research-Studie (500 Befragte) bereits im Juni - also noch vor dem Blutbad von Nizza am 15. Juli - durchgeführt wurde. Zudem zeigt die Untersuchung, dass sich zwei von drei Österreichern auch darüber den Kopf zerbrechen, "dass ein Terroranschlag im eigenen Land passieren könnte".

Bundesheer soll Polizei unterstützen
Gar keine Angst, etwa vor einem IS-Attentat, haben übrigens nur zwei Prozent der Landsleute. Dafür wünscht sich die überwiegende Mehrheit (90 Prozent), "dass das Heer die Polizei in jedem Fall unterstützen soll".

Weiters haben satte 84 Prozent der Befragten eine klare Meinung zur Aufgabe unseres Militärs im Inland: Vier von fünf Österreicher wünschen, "dass das Bundesheer mehr Aktivitäten zur Terrorismusbekämpfung in der Alpenrepublik übernehmen sollte". Allerdings halten nur 38 Prozent Kampfeinsätze im Ausland zur Terror-Bekämpfung für sinnvoll.

Europol: Noch mehr Terroranschläge befürchtet
Nicht gerade beruhigend dürfte sich nun auch der jüngste Bericht der europäischen Polizeibehörde Europol zum Thema Terror auf das Sicherheitsgefühl der Österreicher auswirken: Neben der ohnehin schockierenden Statistik von 2015 müssen wir uns demnach auf noch mehr verheerende Anschläge und irre Einzeltäter gefasst machen. Vor allem, weil die Extremisten intensiv am Nachwuchs arbeiten.

Die trockenen Vergleichszahlen der letzten drei Jahre in Sachen Terroranschläge und Verhaftungen innerhalb Europas sprechen für sich. Neben den mehr als 350 Verletzten mussten im letzten Jahr 151 Menschen auf europäischem Boden ihr Leben bei Terror-Attentaten lassen. Und davon gab es 2015 insgesamt nicht weniger als 211 - um also fast 60 Anschläge mehr als noch drei Jahre zuvor. "Der Anstieg der Opfer beweist, dass groß angelegte Anschläge deutlich sorgfältiger geplant werden", so Europol-Direktor Rob Wainwright.

IS-Nachwuchs als Gotteskrieger
Parallel befürchtet Wainwright aber auch, dass es in Zukunft wohl noch öfter zu nur schwer verhinderbaren Anschlägen durch irre Einzeltäter Marke Nizza und Würzburg kommen wird. "IS wie Al Kaida rufen in jüngster Zeit immer öfter und mit Nachdruck Muslime in westlichen Ländern auf, individuelle Attentate in ihren Wohnländern zu verüben. Und das bleibt leider nicht ungehört."

Mit besonders großer Besorgnis blickt Wainwright auch in Richtung Syrien und Irak - und spricht im Zuge dessen wohl von einer der größten Gefahren, die von dort aus auf uns zukommen könnten: die Kinder des IS. Laut dem Experten trainiere die Terrormiliz in ihren eroberten Gebieten gezielt Minderjährige - um sie als Dschihadisten schließlich nach Europa zu entsenden.

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