Mo, 22. Oktober 2018

Retro-Aufguss

16.07.2016 09:00

"Mighty No. 9": Leider nicht mega, Man(n)!

Mit "Mega Man" erschuf der japanische Spieleentwickler Keiji Inafune 1987 eine der populärsten Videospielreihen. Gut 30 Jahre später erscheint - dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung der Internetcommunity mittels Crowdfunding - der geistige Nachfolger: "Mighty No. 9." - ein Sidescroller, der den Klassiker von einst neu interpretieren möchte, dabei jedoch zu sehr der Vergangenheit behaftet bleibt.

In einer nicht allzu fernen Zukunft haben Durchbrüche in der Robotik ein neues Zeitalter des Friedens und Wohlstands eingeläutet. Gewalt ist nur noch im Kolosseum zu finden, wo Roboter sich in Duellen gegenüberstehen. Doch durch eine Cyberattacke werden acht der neun besten Kämpfer mit einem Computervirus infiziert, der sie Amok laufen lässt.

Gamer schlüpfen in die Rolle von Beck, der "Mighty No. 9", der als einziger nicht mit dem mysteriösen Virus infiziert wurde und daher nun die undankbare Aufgabe hat, die anderen Mighty-Roboter zur Räson zu bringen. Die Story wird dabei - typisch 80er-Jahre - unspektakulär als schnöder Text vor nur mäßig aufregenden Standbildern präsentiert und fällt dadurch schon bald in die Kategorie "Wurscht".

Doch auch in spielerischer Hinsicht bleibt "Mighty No. 9" der Vergangenheit behaftet und damit hinter den Erwartungen zurück: Design und Gameplay wurden recht großzügig der "Mega Man"-Serie entlehnt, ohne dabei jedoch großartig frischen Wind in die Sache zu bringen: Es gibt einen Button zum Hüpfen, einen zum Schießen sowie einen für den sogenannten "Dash" - eine Art Sprintangriff, mit dem sich angeschlagene Gegner nicht nur ihrer Energie, sondern zeitweise auch ihrer Waffen und Fertigkeiten berauben lassen.

Das ist durchaus fordernd, aber im Verlauf der ursprünglich neun und drei späteren Stages, die sich in beliebiger Reihenfolge durchballern lassen, nur mäßig spannend. Hinzu kommt, dass die teils hakelige Steuerung nicht gerade zum Spielspaß beiträgt…

Fazit: Man könnte meinen, die Zeit wäre stehengeblieben: Anstatt die ruhmesreiche "Mega Man"-Historie als Grundlage für etwas Frisches zu nützen und auf dieser aufzubauen, präsentiert Keiji Inafune mit "Mighty No. 9" einen bestenfalls lauwarmen Aufguss eines Spielkonzepts, das ohne sonderlichen Aufputz reichlich veraltet daherkommt. Schlecht ist "Mighty No. 9" deswegen nicht, zu begeistern weiß es allerdings auch nicht. Manchmal sollte man die Vergangenheit eben besser ruhen lassen.

Plattform: PlayStation (getestet), Xbox, Wii U, PC
Publisher: Deep Silver
krone.at-Wertung: 5/10

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