Di, 21. August 2018

Bettler-Aktion:

20.06.2016 10:37

"Geld her, oder ich wähle Donald Trump!"

Mit der Drohung, bei den US-Präsidentschaftswahlen Donald Trump ihre Stimme zu geben, sorgen zahlreiche Bettler in den USA für Aufsehen. Offenbar entwickelt sich das sogar zu einem erfolgreichen "Geschäftsmodell" der Obdachlosen. Zuletzt wurde ein junger Mann am New Yorker Times Square abgelichtet, der hinter seinem Pappkarton mit der Aufschrift "Gib mir einen Dollar, oder ich stimme für Trump" bereits viele Dollar-Scheine angesammelt hatte.

Immer wieder blieben Touristen und Passanten stehen, knipsten Fotos und legten weitere Dollar-Noten dazu. Der Spruch hatte zuvor bereits im Internet die Runde gemacht, sogar T-Shirts damit werden online schon angeboten.

In sozialen Netzwerken sieht man mittlerweile nicht mehr nur Bettler, sondern auch kleine Kinder, die versuchen, auf diese Art und Weise ihr Taschengeld aufzubessern. Ob das gelingt, ist aber fraglich, denn ihre Drohung kann man schwerlich als ernsthaft betrachten: In weiten Teilen der USA ist man erst ab 18 Jahren wahlberechtigt, in manchen Bundesstaaten können schon 17-Jährige an Vorwahlen teilnehmen.

Delegierte verschwören sich gegen Trump
Trump ist der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner und selbst innerhalb seiner eigenen Partei höchst umstritten. Seit geraumer Zeit gibt es Bestrebungen, ausreichend Delegierte für den bevorstehenden Parteitag im Juli gegen Trump in Position zu bringen, auch wenn er in den Vorwahlen ausreichend Stimmen für seine Nominierung gesammelt hat.

Der mächtige Vorsitzender des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, unterstützt Trump zwar offiziell, bleibt aber stets vieldeutig. Kürzlich sagte er in einem Interview: "Das Letzte, was ich tun würde, ist jemandem zu raten, etwas gegen sein Gewissen zu tun." Dieser bemerkenswerte Satz kann als Unterstützung einer Anti-Trump-Kampagne gedeutet werden, weil diese versucht, vor dem Parteitag eine Art Gewissensklausel durchzusetzen: Die auf die Ergebnisse der Vorwahlen verpflichteten Delegierten sollen davon entbunden werden, für Trump stimmen zu müssen. Sie sollen auf dem Parteitag wählen können, wen sie möchten.

Trump will seinen Weg auch ohne Republikaner gehen
Bisherige Versuche der Republikaner, Trump aufzuhalten, waren entweder unkoordiniert oder zu zaghaft und fielen bald in sich zusammen. Trump hatte zuletzt angedeutet, seinen Weg alleine zu gehen, wenn ihn die Republikaner nicht unterstützen.

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