Mi, 15. August 2018

"Score Assured"

13.06.2016 11:43

Social-Media-Tool schnüffelt für Arbeitgeber & Co.

Soziale Medien haben es uns so einfach wie nie gemacht, mit weit entfernten Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Sie machen viele Nutzer, die ihre private Kommunikation vor aller Augen im Netz abwickeln, aber auch zu gläsernen Menschen. Eine britische Firma macht daraus nun ein Geschäftsmodell, durchleuchtet Social-Media-Nutzer bis ins kleinste Detail - und verkauft die Erkenntnisse gewinnbringend an Arbeitgeber und Vermieter.

Facebook, Twitter, LinkedIn oder auch das Dating-Netzwerk Tinder: Soziale Medien sammeln täglich Daten über ihre Nutzer, werden vielfach für den Versand sehr persönlicher Botschaften genutzt. Dass sich aus diesen Daten schnell Personenprofile erstellen lassen, liegt auf der Hand. Wie das IT-Portal "CNET" berichtet, will das britische Unternehmen Score Assured diese Daten nun zu Geld machen - und zwar mit Zustimmung der Nutzer.

Die Funktionsweise von Score Assured: Das Unternehmen betreibt einen automatisierten Online-Dienst, der sich in soziale Netzwerke einloggt, alle jemals dort versendeten Postings, Nachrichten und anderen Aktivitäten analysiert und daraus ein Profil erstellt, das etwa an Arbeitgeber oder Vermieter übergeben wird. Weil der Dienst nicht ohne das Kennwort des Nutzers an all diese Daten kommt, muss dieser ihm vorher - etwa, weil der potenzielle Mieter oder Arbeitgeber das verlangt - Zugang zu seinen Social-Media-Konten gestatten.

Tool scannt Profile nach Schlüsselwörtern
Dem Bericht zufolge scannt Score Assured nach Schlüsselwörtern in der digitalen Kommunikation der Nutzer, mit deren Hilfe man ein Persönlichkeitsprofil erstellt. Arbeitgeber oder Vermieter können sich damit ein erstes Bild von jemandem machen, der sich für eine Wohnung oder einen Job bewirbt, ohne die betreffende Person persönlich interviewen zu müssen. Dass eine Maschine, die auf Basis von Online-Profilen Menschen beurteilt, möglicherweise nicht unfehlbar ist, dürfte manch ein User allerdings als Schönheitsfehler an dieser Idee wahrnehmen.

Steve Thornhill, einer der Gründer von Score Assured, beschwichtigt: "Wenn Sie ein normales Leben leben, haben Sie glücklicherweise keinen Anlass zur Sorge." Die Sorge, dass der Algorithmus seine Social-Media-Fundstücke falsch interpretiert, dürfte das aber bei vielen Menschen nicht ausräumen. Job-Bewerber, die sich dem Tool nicht ausliefern sollen, haben zwar die Möglichkeit, nicht bei Score Assured mitzumachen. Sie riskieren damit aber, Jobs oder Wohnungen nicht zu bekommen, falls sich genug andere Menschen finden, die dafür ihre Privatsphäre aufgeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.