Di, 19. Februar 2019
08.04.2016 16:18

Aus Geldnot

Grazer hatte Überfall fingiert

Die Geschichte klang abenteuerlich (wie berichtet) und stellte sich jetzt aber als fingiert heraus: Jener Grazer, der angab, vor seinem Haus in Graz-Gösting überfallen worden zu sein und dem 45.000 Euro gestohlen worden wären, gab nun zu, alles nur erfunden zu haben. Aus purer Geldnot hat er alle in seinem Umfeld belogen.

Der Schuldenberg ist ihm über den Kopf gewachsen, täglich haben die Geldgeber von einem Bankinstitut, aber auch Freunde und Bekannte bei ihm angerufen und gefragt, wann sie ihr Geld endlich bekommen würden. Der Konkurs seiner Firma, Hausbau und ein ausgeprägter Lebensstil haben den verheirateten Familienvater (39) zweier schulpflichtiger Kinder in diese Not gebracht.

"Die Autos und das Werkzeug hat er wirklich verkauft", sagt Raimund Sattler vom Landeskriminalamt. Doch die 45.000 Euro waren bei weitem nicht genug, um die Schulden zu tilgen. Durch den fingierten Überfall wollte der Arbeitslose Zeit gewinnen. Zwei Maskierte hätten ihm ja vor seinem Haus aufgelauert, ausgeraubt und per Kastenwagen in einem Waldstück in Thal bei Graz ausgesetzt. Zum Wald gelangte er aber natürlich nicht mit dem Kastenwagen, sondern mit einem Bus der Graz-Linien. Die Verletzungen passierten ungewollt, kamen dann aber ganz recht: Der Mann, der nach einem Schienbeinbruch auf Krücken geht, blieb mit einer Gehhilfe stecken, stürzte, verletzte sich die Schulter und schlug sich die Nase blutig. Das nutzte er, um die Glaubwürdigkeit vor der Polizei zu stärken. Die Videoüberwachung im Bus der Graz-Linien überführten ihn aber schlussendlich: "Die Videoüberwachung hat sich voll bewährt, das war eine tolle Zusammenarbeit!, bedankt sich Raimund Sattler bei den Zuständigen der Graz-Linien.

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