25.02.2016 06:10 |

St. Michael

Erste Grundwehrdiener bereit für Grenzeinsatz

Es ist eine österreichweite Premiere: Für 74 junge Soldaten geht es am kommenden Dienstag nach dem Ende ihres Grundwehrdiensts direkt nach Spielfeld. Sie werden zwei Monate lang im Assistenzeinsatz stehen, ankommende Flüchtlinge kontrollieren, eventuell auch die grüne Grenze bewachen. Die "Krone" hat mit drei jungen Männern über ihre Erwartungen und die Vorbereitung auf den Einsatz gesprochen.

Es heißt schön langsam Abschied nehmen von der Landwehr-Kaserne und von St. Michael. Anfang September sind 200 junge Männer hier eingerückt, sechs Monate später ist ihr Grundwehrdienst zu Ende - doch nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen kehrt tatsächlich ins zivile Leben zurück. 74 stehen ab kommender Woche in Spielfeld an der "Front" im Einsatz, kontrollieren ankommende Flüchtlinge und deren Gepäck, sorgen für einen reibungslosen Ablauf des so genannten Grenzmanagements, sichern - wenn notwendig - auch die grüne Grenze und die berühmten Lücken im Zaun.

Es ist das erste Mal seit dem Beginn der großen Flüchtlingsbewegung, dass Soldaten direkt nach ihrem Grundwehrdienst im Assistenzeinsatz stehen. Bisher war das erfahrenen Berufssoldaten vorbehalten.

Finanzieller Anreiz und Lebenserfahrung
"Wir haben ein wichtiges historisches Ereignis, da möchte ich dabei sein", erzählt der Wiener Artjom Zakaryan. Er hat sich - genauso wie seine 73 Kameraden - freiwillig gemeldet. In erster Linie ist natürlich die Entlohnung reizvoll: 2770 Euro netto. "Doch es geht auch um "Lebenserfahrung", betont Johannes Gaisberger aus Bad Aussee. Und: "Wir können Menschen helfen, denen es nicht gut geht."

Seit etwa drei Wochen läuft die gezielte Vorbereitung auf den Einsatz: Nahkampfausbildung, Hygienebelehrungen, Funken, das Kontrollieren großer Menschenmassen und vieles mehr. "Wir wurden auch immer über die Lage vor Ort informiert", sagt Zakaryan.

Diese Informationen halfen auch, die Skepsis einiger Familienangehöriger zu beseitigen. "Es hat aber nie geheißen, ich soll das nicht machen", erzählt Jonas Pauger aus Sinabelkirchen.

"Einsatz wird uns zusammenschweißen"
Zu den 74 Ex-Rekruten kommen gut 50 Berufs- und Zeitsoldaten des in St. Michael stationierten Jägerbataillons 18, erklärt Hauptmann Markus Wilfinger. Untergebracht sind die Soldaten während des Einsatzes in der Grazer Kirchner-Kaserne, jene in Straß ist voll belegt. "Dieser Einsatz wird uns wohl noch näher zusammenschweißen", glaubt Gaisberger. Es wird auch die Option geben, um weitere 60 Tage - also bis Ende Juni - zu verlängern.

Spätestens dann trennen sich die Wege, geht es zum Studium (Pauger, Zakaryan) oder zur Werkmeister-Ausbildung (Gaisberger). "Gewonnen" wurden Geld und Erfahrung.

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