Mit an Arroganz grenzendem Selbstbewusstsein fordert ein sich schlicht "A.B.C." nennender Mörder den aus Agatha Christies Werken bekannten Meisterdetektiv Hercule Poirot heraus. Für den belgischsten aller Londoner Detektive beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit in Microids Point-and-Click-Adventure "Agatha Christie - The ABC Murders".
Eine Trafikantin wird ermordet in ihrem Laden aufgefunden. Hinweise auf den Täter gibt es keine - bis auf einen anonymen Brief eines gewissen Herrn A.B.C.. Doch wer steckt dahinter? Das herauszufinden, haben sich Meisterdetektiv Hercule Poirot und sein ständiger Begleiter Arthur Hastings in dem auf Agatha Christies basierendem Roman "Die Morde des Herrn ABC" zur Aufgabe gemacht.
In genretypischer Manier gilt es dafür zunächst jedoch per Mouse- bzw. Stick-Over Beweise zu sammeln: Gegenstände werden aus allen Blickwinkeln unter die Lupe genommen, Zeugen beobachtet und befragt, wobei oftmals mehrere Dialogmöglichkeiten zur Auswahl stehen, um am Ende aus allen Indizien Beweise abzuleiten.
Die Suche nach Hinweisen gestaltet sich allerdings mitunter schwer: Neben einer scharfen Kombinationsgabe nötigt "Agatha Christie - The ABC Murders" dem Spieler auch Talent für Rätsel- und Logikaufgaben ab, beispielsweise beim Öffnen des Schließmechanismus einer chinesischen Schmuckschatulle. Doch keine Sorge: Sollte Poirot einmal anstehen, leistet die integrierte Hilfefunktion möglicherweise Abhilfe.
Erschwert wird das Vorankommen aber leider auch durch bestimmte technische Eigenarten. So mancher Dialog eröffnet sich zum Beispiel erst nach dem Verlassen und neuerlichem Betreten eines Raumes. Oder Gegenstände können erst dann eingesammelt werden, wenn es die Handlung auch vorsieht. So passiert es, dass man minutenlang nach einem benötigten Gegenstand sucht, weil man zuvor ja bereits mehrfach vergeblich versucht hatte, diesen zu benutzen.
Den Spaß am Rätseln trüben können derlei Ärgerlichkeiten aber nicht - zu groß ist die Neugier nach der wahren Identität des Mörders. Garniert wird die "Schnitzeljagd" mit liebevoll illustrierten Charakteren sowie charmanten Dialogen. Auf eine deutsche Sprachausgabe muss dabei zwar verzichtet werden, Poirots Englisch mit französischem Akzent besitzt aber auch seinen Reiz.
Fazit: "Agatha Christie - The ABC Murders" ist ein durch und durch klassisches Adventure. Das bedingt schon alleine der Stoff, auf dem es basiert: Erstmals veröffentlicht wurde die Detektivgeschichte 1936. Publisher Microids fängt deren Atmosphäre gekonnt ein und rückt die Ermittlungsarbeit in den Vordergrund. Das ist nicht actionreich, aber dennoch spannend, wenngleich die teils umständliche Steuerung und andere technische Problemchen den Spielspaß mitunter trüben.
Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC/Mac
Publisher: Microids
krone.at-Wertung: 7/10

















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