Do, 16. August 2018

Aktie schmiert ab

20.01.2016 18:14

FACC: 50 Millionen Euro Schaden durch Cyber-Betrug

Der Cyberbetrug beim oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer FACC war kein Hackerangriff und kein Datendiebstahl, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Man wisse jetzt, dass "intern jemand benutzt" worden sei und sich die Betrugshandlungen "im Finanzbereich" von FACC abgespielt hätten. 50 Millionen Euro sind weg.

"Der Vorstand setzte umgehend strukturelle Maßnahmen und prüft Schadenersatz- und Versicherungsansprüche", so das Unternehmen, das mehrheitlich in chinesischer Hand ist, in einer Pflichtmitteilung. Gegen wen sich der Verdacht richtet und ob der Konzern eigene Mitarbeiter im Visier hat, sagte der Sprecher nicht. Es gehe um "alle Involvierten".

Nun werde weiter ermittelt, was genau passiert ist. Fix sei, dass 50 Millionen Euro an liquiden Mitteln aus der Finanzbuchhaltung der FACC Operations GmbH abgeflossen sind. "Auch wenn der Betrag enorm ist: Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist hinsichtlich Liquidität nicht gefährdet", so der Sprecher.

"Vermögen wurde angegriffen"
"Es wurde das Vermögen angegriffen, die Systeme sind nicht betroffen." Die Produktion laufe uneingeschränkt weiter. Nach Vorliegen der Ergebnisse der forensischen Untersuchungen werde der Vorstand weitere Maßnahmen setzen.

FACC hat den Vorfall bereits bei der Staatsanwaltschaft Ried angezeigt, das Verfahren wird aber wegen der hohen vermuteten Schadenssumme an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft abgetreten. Das Landeskriminalamt hat mit der Sicherung der Daten begonnen, die Auswertung kann Wochen bis Monate dauern. Die FACC-Aktie sackte am Mittwoch an der Wiener Börse um fast 17 Prozent ab.

8400 Unternehmen im Spionage-Visier
Laut einer vom Innenministerium in Auftrag gegebenen Studie der FH Campus Wien wurden seit 2010 fast 8400 Unternehmen zu Opfern von Wirtschafts- bzw. Industrie-Spionage. Gesamtschaden pro Jahr: rund eine Milliarde Euro. Bedenklich: Nur ein Viertel der Angriffe werden angezeigt. Die Gründe sind Angst vor Imageschaden und fehlende Beweise.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich
Nach Hinspiel-Pleite
4:0! Rapid wendet Aus in der Euro-League-Quali ab
Fußball International
Europa-League-Quali
Irre Wende! Neun-Tore-Wahnsinn in St. Petersburg
Fußball International
Unglückliches Aus
Last-Minute-Schock! LASK verpasst Sensation
Fußball International
Locker weiter
Sabitzer trifft bei Leipzig-Remis in EL-Quali
Fußball International
Fußmarsch zum Stadion
Bratislava-Fans stoppen U-Bahn vor Rapid-Match
Fußball International
Eklat in Linz
Besiktas-Fans randalieren! Polizei stürmt Tribüne
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.