Historischer Sieg

F: Front National bei Regionalwahl stärkste Kraft

Ausland
07.12.2015 08:26
Drei Wochen nach den Terroranschlägen in Paris hat der rechtsextreme Front National (FN) bei der ersten Runde der französischen Regionalwahlen einen klaren Sieg eingefahren. Die Partei von Marine Le Pen erreichte am Sonntag rund 28 Prozent der Stimmen. In sechs Regionen liegen die FN-Kandidaten vorne und erzielten damit das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Le Pen bezeichnete den Front National am Abend als "erste Partei Frankreichs". "Wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht", sagte die 47-Jährige.

Auf dem zweiten Platz landete bei den Regionalwahlen das von den Republikanern von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy angeführte bürgerliche Parteienbündnis mit rund 27 Prozent der Stimmen. Die regierenden Sozialisten von Präsident Francois Hollande erreichten rund 23 Prozent.

Die Sozialisten können im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag mit der Unterstützung der Grünen und radikalen Linken rechnen, die zusammen bei gut 10 Prozent landeten und den Siegeszug der FN stoppen wollen. Sarkozy hingegen schloss einen Pakt mit den Sozialisten aus.

Wahlbeteiligung bei 50 Prozent
Von den rund 44,6 Millionen Wahlberechtigten beteiligten sich gut 50 Prozent an der Abstimmung. Gewählt wurde nach den Terrorattacken in Paris und Saint-Denis vor drei Wochen unter starkem Schutz von Polizei und Militär. Im ganzen Land herrscht weiter Ausnahmezustand.

Präsident Hollande gab am Sonntagmorgen in seinem Wahlkreis im zentralfranzösischen Tulle den Stimmzettel ab. Nach den Anschlägen waren die Umfragewerte für den Staatschef deutlich gestiegen. Zuvor steckte Hollande wegen Rekordarbeitslosigkeit, schlechten Wirtschaftszahlen und zu langsamen Reformen im Umfragetief.

Auch Le-Pen-Nichte klar vorne
Le Pen ging am Sonntagvormittag in Hénin-Beaumont in Nordfrankreich wählen. Der Front National setzte auf einen Wahlkampf gegen Europa und Ausländer, forderte die Schließung der Grenzen und mehr innere Sicherheit. Le Pen liegt in Nord-Pas-de-Calais-Picardie klar vorne, ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen führt deutlich in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Südosten des Landes. Wer in den Regionalparlamenten künftig die Mehrheit hat, wird aber erst in der zweiten Wahlrunde entschieden.

Im Zuge einer Reform wurde das französische Kernland in 13 statt 22 Regionen aufgeteilt. Sie entsprechen in etwa den Bundesländern in Österreich, haben aber im zentralistischen Frankreich deutlich weniger politische Bedeutung und vor allem Verwaltungsaufgaben.

Aus dem Video-Archiv: Frankreich trauert um die Terroropfer

Lesen Sie auch:

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
07.12.2015 08:26
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung