Mo, 16. Juli 2018

Twitter-Aufschrei

13.11.2015 10:09

Flascherl zu sexy: Müllermilch kriegt Shitstorm ab

Marketing-Coup oder Online-Fettnäpfchen? Die deutsche Müllermilch-Molkerei ist durch eine Werbekampagne für ihre süßen Milch-Drinks ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Weil auf den Flaschen halbnackte Frauen gezeigt werden, hagelt es auf Twitter Sexismus-Vorwürfe. Und weil auf der Schokomilch eine fiktive Schönheit afrikanischer Abstammung namens "Sharon Sheila Schoko" prangt, gibt's Rassismus-Vorwürfe obendrein.

Was als Marketing-Aktion gedacht war und die Milchverkäufe in der Vorweihnachtszeit ankurbeln sollte, hat die Müller-Molkerei über Nacht zu einem äußerst populären Thema am Kurznachrichtendienst Twitter gemacht. Unter dem Hashtag "#müllermilch" machen etliche Nutzer ihrem Ärger über die Kampagne Luft. Sie sei sexistisch, so der Tenor. Hier ein Auszug aus dem Shitstorm:

Die Müller-Molkerei hat bereits auf die Vorwürfe der Twitter-Gemeinde reagiert und ist sich keiner Schuld bewusst. Gegenüber dem "Handelsblatt" erklärt die Molkerei: "Die gewählten Motive lehnen sich in ihrer Optik an die Pin-up-Darstellungen der 1950er-Jahre an und sind deshalb weitaus weniger freizügig als das, was seit einigen Jahren oftmals in Anzeigen, TV-Spots und quer durch alle Medienformen tagtäglich an nackter Haut zu sehen ist."

Rassismus-Vorwürfe wegen "Sharon Sheila Schoko"
Neben Sexismus- prasseln auf Twitter auch Rassismus-Vorwürfe auf die Molkerei ein. Eine halbnackte Frau mit allem Anschein nach afrikanischer Abstammung und einem Schokostück zwischen ihren Schenkeln auf der Schokomilch-Flasche abzubilden, halten viele Beobachter für eine rassistische Geschmacklosigkeit.

Müllermilch: "Den gleichen, falschen Vorwurf müssten wir uns gefallen lassen, hätten wir auf die Figur der 'Sharon Sheila Schoko' verzichtet und ausschließlich weiße Motive verwendet."

Müllermilch ist nun in aller Munde
Ob er nun beabsichtigt war, oder nicht: Der Twitter-Shitstorm hat die Schoko-, Nuss-, Kiba-, Bananen-, Vanille- und Pistazienmilch des deutschen Molkereiriesen in ihren aufreizenden Flascherl letztlich wohl erst richtig bekannt gemacht. So könnte es gut sein, dass die Welle der Empörung die Verkaufszahlen der süßen Milchdrinks am Ende sogar noch ankurbelt.

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