Di, 11. Dezember 2018

Twitter-Aufschrei

13.11.2015 10:09

Flascherl zu sexy: Müllermilch kriegt Shitstorm ab

Marketing-Coup oder Online-Fettnäpfchen? Die deutsche Müllermilch-Molkerei ist durch eine Werbekampagne für ihre süßen Milch-Drinks ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Weil auf den Flaschen halbnackte Frauen gezeigt werden, hagelt es auf Twitter Sexismus-Vorwürfe. Und weil auf der Schokomilch eine fiktive Schönheit afrikanischer Abstammung namens "Sharon Sheila Schoko" prangt, gibt's Rassismus-Vorwürfe obendrein.

Was als Marketing-Aktion gedacht war und die Milchverkäufe in der Vorweihnachtszeit ankurbeln sollte, hat die Müller-Molkerei über Nacht zu einem äußerst populären Thema am Kurznachrichtendienst Twitter gemacht. Unter dem Hashtag "#müllermilch" machen etliche Nutzer ihrem Ärger über die Kampagne Luft. Sie sei sexistisch, so der Tenor. Hier ein Auszug aus dem Shitstorm:

Die Müller-Molkerei hat bereits auf die Vorwürfe der Twitter-Gemeinde reagiert und ist sich keiner Schuld bewusst. Gegenüber dem "Handelsblatt" erklärt die Molkerei: "Die gewählten Motive lehnen sich in ihrer Optik an die Pin-up-Darstellungen der 1950er-Jahre an und sind deshalb weitaus weniger freizügig als das, was seit einigen Jahren oftmals in Anzeigen, TV-Spots und quer durch alle Medienformen tagtäglich an nackter Haut zu sehen ist."

Rassismus-Vorwürfe wegen "Sharon Sheila Schoko"
Neben Sexismus- prasseln auf Twitter auch Rassismus-Vorwürfe auf die Molkerei ein. Eine halbnackte Frau mit allem Anschein nach afrikanischer Abstammung und einem Schokostück zwischen ihren Schenkeln auf der Schokomilch-Flasche abzubilden, halten viele Beobachter für eine rassistische Geschmacklosigkeit.

Müllermilch: "Den gleichen, falschen Vorwurf müssten wir uns gefallen lassen, hätten wir auf die Figur der 'Sharon Sheila Schoko' verzichtet und ausschließlich weiße Motive verwendet."

Müllermilch ist nun in aller Munde
Ob er nun beabsichtigt war, oder nicht: Der Twitter-Shitstorm hat die Schoko-, Nuss-, Kiba-, Bananen-, Vanille- und Pistazienmilch des deutschen Molkereiriesen in ihren aufreizenden Flascherl letztlich wohl erst richtig bekannt gemacht. So könnte es gut sein, dass die Welle der Empörung die Verkaufszahlen der süßen Milchdrinks am Ende sogar noch ankurbelt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Juve ist (noch) besser
Red Bull Salzburg greift noch nach Europas Thron!
Fußball International
Bis Sommer 2021
Rapid: Sportchef Bickel vor Vertragsverlängerung
Fußball National
Auch Polizei besorgt
Stelzer: „Haben ein Problem mit jungen Afghanen“
Oberösterreich
Star-Trainer
Guardiola spricht über Rassismus-Eklat bei ManCity
Fußball International
Bayerns Sportboss
Salihamidzic: „Habe mehr bewegt als Vorgänger“
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.