Georg Leitinger ist Sachverständiger für barrierefreies Bauen und Ehrenpräsident des Behindertenverbandes ÖZIV in Tirol. Er und ÖZIV-Geschäftsführerin Nora Resch haben in den vergangenen Monaten viele Gemeinden, Wirte, Verkehrsbetriebe beraten. Die Angst geht um, dass das Umrüsten auf barrierefreie Betriebe Unsummen verschlingt. Dem hält Leitinger entgegen: "Bei Neubauten liegen die Mehrkosten bei einem Prozent. Auch das Umrüsten ist oft keine Frage des Geldes, sondern des Umdenkens." Leitinger nennt das Beispiel eines Einkaufszentrums, bei dem sich der Lift-Knopf genau über einem Müllkübel befand und von Rollstuhlfahrern nicht erreicht werden konnte."
Checkliste für Gemeinden
Tirol hat Aufholbedarf! "In den Städten ist bereits einiges passiert. Am Land ist das barrierefreie Angebot noch dürftig", zeigt Resch auf. Sie weist darauf hin, dass ÖZIV einen Barriere-Check für Gemeinden anbietet. Silz hat als erster Ort den Check durchgeführt. Resch: "Barrierefreiheit nützt ja nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Senioren, Kindern, Personen mit Gipsfuß oder Handverletzung, Müttern mit Kinderwägen." Geschätzt 100.000 Tiroler sind motorisch eingeschränkt.
Nicht alle Bahnhöfe umgerüstet
Bereits viel umgesetzt haben zum Beispiel die Klinik oder die Innsbrucker Verkehrsbetriebe. Bei den Bahnhöfen gibt es noch einige Baustellen, etwa Hall und Völs. Die Pläne liegen aber am Tisch. Leitinger: "Keiner muss Angst haben, dass sofort gestraft wird. Aber dort, wo es machbar ist, gehören Hürden endlich abgebaut."
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