Gemeinsam mit den verwunschenen Hoheiten und dem stämmigen Yangus begibt sich unser Held auf die linear gestaltete Reise, um den fiesen Magier ausfindig zu machen. Recht bald schließen sich der Party noch Jessica und Angelo an, die ebenfalls ein unliebsames Rendez-vous mit Dhoulmagus hatten.
In typischer Rollenspiel-Manier gilt es zu allererst Informationen über den Verbleib des Magiers einzuholen. In Gesprächen mit Dorfbewohnern erhält man erste Hinweise, bekommt neue Quest zugeteilt und kann selbstverständlich auch bei den Händlern seine Ausrüstung um das eine oder andere wichtige Item ergänzen. Auch bietet sich Gelegenheit, Truhen und Kisten nach Gold und Schätzen zu durchstöbern. Mit ein wenig Glück findet die Gruppe zwecks besserer Orientierung auch eine Karte der Umgebung – ganz wie in alten „Zelda“-Zeiten“.
Voll bepackt und frohen Mutes schickt sich die Truppe schließlich an, ihren Auftrag zu erfüllen. Unweigerlich kommt es dabei in den dichten Wäldern auch zu Begegnungen mit allerlei Monstern. Anders als bei anderen Rollenspielen sind diese nicht schon von weitem sichtbar, sondern stehen einfach urplötzlich und nach dem Zufallsprinzip vor euch. Erschrecken muss man sich deswegen allerdings nicht, fallen die Kreaturen doch eher in die Kategorie „Oh, wie niedlich“ – japanisch eben.
Da hat man es mit schleckenden Naschkatzen, am Grillspieß laufenden Paprikapeinigern oder Hornhasen, einer Kreuzung aus Feldhase und letztem Einhorn, zu tun. In den rundenbasierten Kämpfen stehen unserem Helden und seinen Gefährten nun drei Möglichkeiten zur Auswahl: kämpfen, fliehen oder verjagen. Entscheidet sich der Spieler für den Kampf, so darf er zwischen einem normalen oder einem magischen Angriff wählen, sich verteidigen, einen Trank zu sich nehmen oder sich mit anderen Gegenständen ausrüsten und sich konzentrieren. Das bedeutet, dass der Held eine Runde lang nicht angreift, in der Runde darauf dank Konzentration aber umso kräftiger zuschlägt.
Obwohl die Monster sehr putzig aussehen, haben es die Biester doch ganz schön in sich. Viele Heiltränke, Rückzuge und kontinuierliches Aufleveln sind daher notwendig, bevor man es am Ende eines Quests mit einem Boss-Gegner aufnehmen kann. Sollten der Held und seine Gruppe doch ein Mal den Weg alles Irdischen gehen, dann ist das kein Grund zur Sorge: In der örtlichen Kirche werden alle wiedergeboren – allerdings geht dieses hinduistische Feature auf Kosten des Goldvorrates. Gelingt der Kampf, dann gibt es nicht nur Münzen oder Schätze, sondern auch Erfahrungspunkte, mit denen die einzelnen Partymitglieder in höhere Stufen aufsteigen. Bei jedem Aufstieg werden neue Fertigkeiten, wie Zaubersprüche oder Spezial-Angriffe, automatisch erlernt.
Trotz altem RPG-Flair à la „Final Fantasy“ und „Zelda“ präsentiert sich „Dragon Quest“ sehr zeitgemäß. Das liebevolle Charakter-Design, vom „Dragonball“-Macher Toriyama, sowie der poppig-bunte Anime-Stil passen wie die Faust aufs Auge. Hinzu kommen eine hervorragende englische Sprachausgabe samt sehr guter deutscher Untertitel. Nicht zu vergessen die wunderschöne Musik des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra.
Fazit: „Dragon Quest – Die Reise des verwunschenen Königs“ glänzt durch einfaches, aber absolut gelungenes und überzeugendes Gameplay. Schmucke Grafik, guter Sound und eine packende Story schaffen trotz fordernder Kämpfe und manchmal langwierigem Aufleveln eine gehörige Portion Langzeitmotivation. Wer mit dem japanischen Look leben kann, der sollte als RPG-Fan unbedingt zugreifen.
Plattform: PS2
Publisher: KOCH Media/ Square-Enix
Krone.at-Wertung: 91%
von Sebastian Räuchle










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