SPÖ-Bastion gefallen

FP-Kandidat Rabl neuer Welser Bürgermeister

Österreich
11.10.2015 17:59
Die rote Bastion Wels ist nach knapp 70 Jahren endgültig gefallen. Zuerst wurde die FPÖ bei der Gemeinderatswahl vor zwei Wochen stimmenstärkste Partei, jetzt stellt sie auch den Bürgermeister. Ihr Kandidat Andreas Rabl hat sich in der Stichwahl mit 62,9 Prozent klar gegen den roten Konkurrenten Hermann Wimmer mit 37 Prozent durchgesetzt.

Nach dem Rückzug des Langzeit-Bürgermeisters Peter Koits mit 72 Jahren haben die Welser am Sonntag dem 62-jährigen SPÖ-Amtsanwärter Wimmer eine klare Abfuhr erteilt. Über seine weitere politische Zukunft wird der bisherige rote Vizebürgermeister am Dienstag in einer Pressekonferenz informieren.

In Oberösterreichs zweitgrößter Stadt wird es aber nicht nur einen Farben-, sondern auch einen Generationswechsel an der Spitze geben. Der 42-Jährige Rabl, schon bisher Stadtrat für Wohnbau, will ab Dienstag erste Koalitionsgespräche mit der ÖVP und der SPÖ führen. Ein freies Spiel der Kräfte, wie dies die SPÖ in der vorangegangenen Legislaturperiode praktiziert habe, strebe er nicht an, sagte Rabl.

Die FPÖ hat im Stadtsenat vier Sitze, drei die SPÖ und einen die ÖVP. Der studierte Jurist will in einer Koalition regieren, denn zu jedem Sachthema sich die Mehrheiten zu suchen, binde "zu viel Energie und Kraft". Derartige "Fleckerlteppiche" wolle er nicht, für eine stabile Mehrheit sei eine Koalition Voraussetzung.

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