29.05.2006 08:54 |

Von Haus gestürzt

Tod eines 15-Jährigen doch kein Unfall

Jener 15-jährige slowakische Schüler, der im November 2005 in Oberschützen ums Leben gekommen ist, könnte einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Der Jugendliche war damals angeblich acht Meter von einem Schülerheim hinabgestürzt und erlag seinen Verletzungen eine Woche später. Ein Gutachten kommt jetzt zu dem Schluss, dass die Verletzungen nicht von dem Sturz stammten.

Der Schüler soll in der Nacht auf 6. November im ersten Stock eines Heimes über ein Baugerüst auf das Mauergesims geklettert sein. Damals hieß es, er sei ausgerutscht und mit dem Kopf auf dem Parkplatz aufgeschlagen. Er wurde erst mehrere Stunden später bewusstlos gefunden.

Verletzungen passen nicht zur Unfallversion
Von der Mutter wurde ein medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis auf eine Gewalttat hindeutet: Die vorliegenden Verletzungen - ausschließlich Brüche im Gesicht und eine Oberarmfraktur - ließen einen Fall aus acht Meter Höhe nahezu ausschließen, so ein tschechischer Forensiker.

Leichnam wurde ohne Obduktion eingeäschert
Das Gutachten wurde anhand der medizinischen Berichte und von computertomographischen Aufnahmen des Schädels erstellt, da der Körper des Burschen nach dem Tod ohne Obduktion eingeäschert worden war.

Ermittlungen laufen wieder
Nachdem der Akt im Dezember 2005 mit der Unfallversion geschlossen wurde, sind die Ermittlungen am 9. Februar wieder aufgenommen worden. Die Mutter habe massive Zweifel an der Unfalltheorie angemeldet, so die burgenländische Sicherheitsdirektion.

Foto: Symbolbild

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