25.05.2006 16:54 |

Alkohol-Studie

Mehrheit der Schüler trinkt regelmäßig Alkohol

Neue Alkohol-Studie alarmiert Lehrer, Eltern und Psychologen: Zwei Drittel aller Schüler trinken regelmäßig Alkohol. Schon jeder Dritte der 13- und 14-Jährigen war mindestens einmal in seinem Leben "richtig" betrunken. Psychiater Max Friedrich sieht die Verantwortung auch bei den Eltern: "Trinken gehört zum Alltag."

Die Studie ist vom Berufsförderungsinstitut in Freistadt (Oberösterreich) durchgeführt worden. Viele Schüler trinken laut der Untersuchung jedes Wochenende, in Lokalen und bei Parties. "Dabei ist es oft gar nicht so wichtig, was getrunken wird, Hauptsache Alkohol", so Projektleiterin Gabriela Goldschmidt.

Coolness um jeden Preis
Psychiater Max Friedrich erklärt die Ergebnisse der Studie damit, dass Alkohol die am leichtesten verfügbare Droge ist. Meist lernen die Kinder von ihren Eltern, die ebenfalls Alkohol trinken. Auch der Druck im Freundeskreis spielt eine wichtige Rolle: "Der Gruppenzwang ist enorm, wer dazugehören will, muss mittrinken", so Friedrich.

Lebensgefährliche Experimentierlust
Wettbewerbe im Kampftrinken müssen nicht zwangsweise durch Alkoholabhängigkeit entstehen: "Gerade im Experimentieralter der Kinder wird ausprobiert, wer mehr aushält", sagt der Psychiater. Dennoch ist der Trend hin zum Alkohol lebensgefährlich: "Jedes Wochenende werden Kinder mit Alkoholvergiftung in die Spitäler eingeliefert."

Alkohol als Fluchtmöglichkeit
Jugendliche nützen Alkohol aber auch, um ihrer Umwelt und der Realität zu entfliehen. Friedrich sieht aber auch, dass Jugendliche den Alkohol nützen, um der Realität zu entfliehen: "Wer zu betrunken ist, kann oder muss die Welt rund um sich nicht mehr wahrnehmen und kann seinem Leben, das möglicherweise voll von Frustration ist, für eine Zeit entweichen."

Samstag, 15. Mai 2021
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