"Allahs Soldat"

Fünf Festnahmen nach Richtermord in der Türkei

Ausland
18.05.2006 16:16
In Zusammenhang mit dem Mord an einem hohen türkischen Richter sind bisher fünf Verdächtige festgenommen worden. Das berichten türkische Medien. Der mutmaßliche Mörder, der Rechtsanwalt Alparslan Arslan (29), sei von Bekannten als "aggressiv und geisteskrank" beschrieben worden, hieß es weiter.

Die in Zusammenhang mit dem Richtermord Festgenommenen hätten kurz vor dem Anschlag mit Arslan telefoniert. Zeitungen berichteten, Zeugen hätten zudem zwei Männer bemerkt, die während des Anschlags in Arslans Auto vor dem Gebäude des Verwaltungsgerichts gesessen hätten. Arslan soll im Polizeiverhör jedoch ausgesagt haben, der Anschlag sei seine eigene Initiative gewesen, eine Organisation sei nicht im Spiel.

Mehr als 25.000 Türken haben indessen gegen die Bluttat protestiert. Die Demonstranten, unter ihnen zahlreiche Juristen, zogen in Ankara vor das Mausoleum des Republik-Gründers Mustafa Kemal Atatürk, wo sie einen Kranz niederlegten. "Die Türkei ist laizistisch und wird es bleiben", skandierte die Menge, die türkische Fahnen und Bilder Atatürks trug. Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche Gewerkschaftsvertreter und Arbeiter.

Arslan war am Mittwoch in das höchste türkische Verwaltungsgericht gestürmt und hatte unter dem Ruf "Allah ist der Größte" einen Richter erschossen sowie vier weitere zum Teil schwer verletzt. Als Motiv gab er Rache für ein Urteil zum Kopftuchverbot an. Nach türkischem Recht dürfen Frauen mit Kopftuch keine öffentlichen Gebäude und Schulen betreten. Kopftuch tragende Ehefrauen von Ministern werden nicht zu offiziellen Veranstaltungen und Staatsbanketten zugelassen.

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