Un-Heil

Staatsanwalt prüft "Heil"- Sager vom FPÖ-Parteitag

Österreich
09.05.2006 08:44
Die Staatsanwaltschaft Wien nimmt den "Heil"-Sager vom FPÖ-Parteitag am Sonntag genauer unter die Lupe. "Untersucht wird ein möglicher Verstoß gegen das Verbotsgesetz", gab der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Walter Geyer, am Montagnachmittag bekannt. Die von Walter Sucher getätigte Aussage sorgte auch politisch weiter für Debatten.

Die Staatsanwaltschaft will sich zunächst einen Tonband-Mitschnitt bzw. die Abschrift der Rede des Delegierten beschaffen und anhand dessen prüfen, ob sich daraus eine bewusste Anspielung an den Hitler- Gruß ableiten lässt.

Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist die Ankündigung von Ermittlungen parteipolitisch motiviert. "Die Aussagen aus der Staatsanwaltschaft stellen den Gipfel der Lächerlichkeit dar", so Vilimsky. Wenn die Staatsanwaltschaft hier ermittle, könne sie auch gegen den ÖVP-nahen Cartellverband und den Mittelschüler- Kartellverband Ermittlungen aufnehmen, so der FPÖ-Politiker. Schließlich sei der "Heil"-Gruß dort ebenfalls gang und gäbe.

Rechtsruck in der FPÖ
Für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) ist Sucher "einer der führenden Rechtsextremisten in Wien", sein Auftritt ein "Zeichen für den Rechtsruck in der FPÖ". Der "Heil"-Sager für sich genommen sei "relativ belanglos". Das Problem entstehe durch Suchers Hintergrund als Mitglied der Burschenschaft "Olympia" und Obmann des "Rings Volkstreuer Verbände".

"Ein kräftiges 'Heil' für die Zukunft"
Walter Sucher hatte am Sonntag mit folgendem Abschluss seiner Rede für Aufsehen gesorgt: "Ich möchte meine kurzen Worte mit einem Gruß beenden, der wirklich unser alter Gruß ist, nicht das 'Glück auf' von heute, nein, ich grüße euch alle mit einem kräftigen 'Heil' für die Zukunft." Zuvor hatte er vor Verleugnung des deutschen Volkstums und der Übersetzung des Deutschlandliedes ins Türkische gewarnt.

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