Ein Schüler sitzt in der Klasse über einem Buch und liest. In dem Moment taucht aus dem Off plötzlich ein Kollege auf und prügelt wie von Sinnen auf ihn ein. Im Hintergrund eine lachende Meute. Filme wie dieser kursieren auch an Österreichs Schulen. "Das will außer den Lehrern und Direktoren nur bislang niemand wahrhaben, dabei sind solche Videos auch bei uns an der Tagesordnung", erklärt Jugendanwalt Anton Schmid. "Eltern haben davon meist keine Ahnung, weil sie sich mit den modernen Mobiltelefonen der Kinder nicht gut genug auskennen."
So wird also auch hierzulande in den Pausen oftmals ein Video nach dem anderen gedreht und dann ins Internet gestellt. Auch dort gibt es eine makabre Rangordnung. Je gewalttätiger der Film, je mehr Leute niedergeschlagen werden, desto mehr Kultstatus genießt der "Regisseur".
Ein weiteres drastisches Beispiel: Nach der Bluttat in Wien-Währing, bei der der 14-jährige Kevin von einem Mitschüler niedergestochen und getötet worden ist, machte ein Jugendlicher ein Handyfoto der Blutlache - ein Bild, das anschließend in der Bundeshauptstadt von Klasse zu Klasse ging. Schmid: "Die Gewaltvideos sind hauptsächlich ein Problem der Burschen. Man müsste die Mädchen als Mediatoren einsetzen."










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