Sa, 23. Juni 2018

Rätselhafter Fall

03.07.2015 13:01

Feuerwehrmann (30) stirbt nach Brandeinsatz in NÖ

Es ist kaum in Worte zu fassen, was sich in der Nacht auf Freitag im Waldviertler Zehenthöf abgespielt hat. Eigentlich war alles vorbei, der Brand gelöscht. Stefan Sch. hielt mit seinen Kameraden aber die Stellung. Der 30-Jährige stand mit einem zweiten Floriani am Strahlrohr, um Glutnester im Zaum zu halten - bis ihm plötzlich schlecht wurde.

Der zweifache Familienvater zog sich daraufhin in ein Feuerwehrauto zurück. Kurz schien es ihm dort besser zu gehen - bis er zusammenbrach. Nach vergeblichen Reanimationsversuchen seiner Kameraden kämpften Notärzte knapp eine Stunde lang um das Leben des Mannes. Besonders tragisch: Stefan Sch.s Schwiegervater - Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Grünbach - konnte nur tatenlos zusehen.

Obduktion angeordnet
Was wirklich zum Tod des Profi-Fotografen geführt hat, ist noch ungewiss. Zuerst gingen Ärzte von einer schweren Rauchgasvergiftung aus. Doch nachdem Ehefrau Viktoria und ihre Familie eine Obduktion auf eigene Kosten verlangt hatten, wurde diese schließlich am Nachmittag auch gerichtlich angeordnet. Denn: Laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger sei der Fall rätselhaft, weil Sch. den Einsatz an sich völlig unbeschadet überstanden habe.

"Es ist gut, dass eine Obduktion stattfindet", so Resperger. Obwohl das Ergebnis an der Tragödie nichts ändern wird. "Das ist ein schwarzer Tag für das Feuerwehrwesen." Auch Bürgermeister Alois Strondl, der bei den Löscharbeiten selbst im Einsatz war, fehlen die Worte: "Da will jemand freiwillig helfen, und plötzlich ist er tot." Die Angehörigen des verstorbenen Helfers mussten von einem Kriseninterventionsteam des Rotes Kreuzes betreut werden.

Großbrand durch Funkenflug
Der Großbrand auf dem Anwesen im Waldviertel war infolge eines durch eine Strohmühle verursachten Funkenfluges ausgelöst worden. Die Flammen breiteten sich auf mehrere Objekte aus. Letztlich brannten Stallungen mit einer Fläche von 2.500 Quadratmeter samt landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten bis auf die Grundmauern nieder. Zehn Feuerwehren mit 100 Mann standen bei den Löscharbeiten im Einsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.