18.06.2015 11:33 |

Wifo/IHS-Prognose

BIP steigt 2016, aber deutlich mehr Arbeitslose

Keine großen Konjunktursprünge für Österreich erwarten der Experten von Wifo und IHS. Laut ihrer aktuellen Sommerprognose wird die heimische Wirtschaft heuer nur um bescheidene 0,5 oder 0,7 Prozent wachsen und erst 2016 wieder in Schwung kommen. Die Institute befürchten gleichzeitig einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote, wie sie ihn bisher nicht für möglich gehalten haben.

Weil die wirtschaftliche Dynamik in Österreich schon das vierte Jahr in Folge äußerst schwach ist, beließ das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag seine neue vierteljährliche Wachstumsprognose für heuer bei 0,5 Prozent, das Institut für Höhere Studien (IHS) senkte sie leicht von 0,8 auf 0,7 Prozent. Damit expandiert die heimische Wirtschaft das zweite Jahr in Folge geringer als jene im Euro-Raum. Im zweiten Halbjahr sollte sich das Tempo der Erholung aber beschleunigen, so die Experten.

Steuerreform dämpft den öffentlichen Konsum
Erst für 2016 wird - durch das Anziehen des Binnenhandels in der EU - eine Beschleunigung des Wachstums gesehen. Zusätzlich werde die markante Euro-Abwertung die Exporte stützen, meint das Wifo. Die Steuerreform begünstige zwar ab 2016 die private Nachfrage, dämpfe aber zugleich den öffentlichen Konsum. Daher würden zusätzliche Reformeffekte erst ab 2017 wirksam, so das Wifo.

Das IHS rechnet schon für 2016 mit einer Stützung des Privatkonsums durch die Steuerreform, das Wifo geht eher davon aus, dass positive Effekte daraus in eine höhere Sparquote fließen und zunächst einmal die Gegenfinanzierung den öffentlichen Konsum dämpft.

Schwache Konjunktur schlägt auf Arbeitsmarkt durch
Wermutstropfen ist der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit - wie ihn die Experten in dieser Form bisher nicht für möglich gehalten haben. Laut Wifo dürfte die Arbeitslosenrate nach nationaler Definition nach 8,4 Prozent im Vorjahr auf heuer 9,3 Prozent (IHS: 9,1) und 2016 dann weiter auf 9,6 Prozent (laut IHS erneut 9,1) klettern.

"Für eine Stabilisierung der Arbeitslosenquote ist das Wachstum bis 2016 zu gering", heißt es. Laut IHS ist die Zunahme der Beschäftigung zwar mit 0,8 Prozent relativ kräftig, "aber nicht ausreichend, um das schneller steigende Arbeitskräfteangebot zu absorbieren". 2012 lag die Arbeitslosenrate noch bei 7,0 Prozent, 2011 sogar nur bei 6,7 Prozent.

Inflation wird ab Jahresende wieder anziehen
Die Inflation wird aus Sicht des IHS ab Jahresende mit dem Wegfall des Basiseffekts bei den Energiepreisen wieder merklich anziehen. Zudem dürften von der Steuerreform gewisse preistreibende Impulse ausgehen (Mehrwertsteuererhöhung), die auf knapp 0,2 Prozentpunkte zu schätzen seien. Für 2016 sieht man daher 2,0 Prozent Inflation, das Wifo einen Anstieg auf 1,7 Prozent.

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