Unzählige Spuren haben Beamte der Inspektionen Winklern und Heiligenblut, der Spurensicherung des Bezirkes Spittal, des Landes- und Bundeskriminalamtes nach dem Anschlag in Pußtratten in der Gemeinde Stall ausgewertet.
„Nach Auffälligkeiten im Straßenverkehr, Verhalten gegenüber der Polizei und Sprengstoffkenntnissen wurde eine Liste möglicher Verdächtiger erstellt“, erklärt Gottlieb Türk, der Chef des Landeskriminalamtes. 18 Personen umfasste diese Liste!
Schließlich passte eine auf einem Teil des Sprengsatzes entdeckte DNA-Spur zu einem 55-jährigen Mölltaler. Er hatte zwar nicht kurz vor dem Anschlag, aber schon mehrmals Verwaltungsstrafen bekommen, war also polizeilich bekannt. Der Beschuldigte, er ist ausgebildeter Sprengbefugter, soll die Tat gestanden haben.
Über Angelschnur gestolpert
Am 15. September des Vorjahres hatte er am Radweg an der Bundesstraße in Pußtratten, wo die Beamten immer wieder Lasermessungen vornehmen, eine Angelschnur gespannt. Als einer der Polizisten darüber stolperte, löste er damit die Detonation des Sprengsatzes – es war weder militärischer noch Industriesprengstoff – aus. Ein Kübel voll Jauche flog durch die Luft und ergoss sich auf den Beamten.
„An den Kübel war zur Tarnung eine Garten-Hacke gelehnt. Die hat es zerrissen, die Teile flogen durch die Luft“, erzählt Türk. Verletzt wurde glücklicherweise niemand; der Anschlag hätte auch schlimm enden können, fand er doch auf dem Radweg statt.
Sorge vor weiteren Anschlägen
„Es war eine ausgezeichnete Spurenarbeit und ist ein gemeinschaftlicher Erfolg. Auch die Staatsanwaltschaft war involviert. Diese Aufklärung ist auch polizeiintern wichtig: Die Beamten mussten sich ja fragen, was für ein Anschlag im nächsten Dienst anstehen könnte“, so Türk. Der 55-Jährige wurde bereits angezeigt.
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