Lager entdeckt

Stadt ignoriert Bettler-Problem

Kärnten
06.05.2015 17:30
Die Stadt Klagenfurt scheint die Probleme mit den organisierten Bettlerbanden nicht unter Kontrolle zu bekommen: Die Stadtpolitik schaut weg, wenn immer wieder leer stehende Häuser besetzt oder illegale Lager entdeckt werden – zuletzt direkt neben den Bahngleisen beim Südpark, wo schon wieder Bettler hausen.

Mehr als 20 illegale Lager hat die Bergwacht alleine in Klagenfurt "geräumt" – einige davon bereits mehrfach. Sogar spezielle Anleitungen zum richtigen Betteln wurden gefunden. "Hier werden die Ärmsten ausgenutzt", so Bergwächter Peter Cech, denn die vorwiegend aus Rumänien stammenden Bettler müssen das Geld abgeben.

Viele interessante Erkenntnisse haben Bergwacht und Ordnungsamt über das organisierte Betteln bereits gesammelt. Zentraler Punkt ist in Kärnten der Klagenfurter Hauptbahnhof, von wo aus die Betteltouren in die Bezirksstädte starten. Außerdem sind die Bettler im Durchschnitt zwei Monate im Land, bevor sie von den "Bossen" abgeholt und ersetzt werden. Genächtigt wird in leerstehenden Gebäuden oder in der freien Landschaft, Unrat und Fäkalien bleiben zurück.

Die Plätze, wo Lager errichtet werden können, werden zuvor genauestens ausgekundschaftet. "Im Freien wird etwa darauf geachtet, dass ein Supermarkt und ein Bach in der Nähe ist", so Cech. Die Stadtpolitik ist gefordert, doch Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz war zu keiner Stellungnahme bereit. In Salzburg, wo es ähnliche Probleme gibt, wird bereits an einem Bettelverbot gearbeitet.

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