02.03.2015 16:28 |

Paukenschlag

Aus für das Seilbahnprojekt "Brückenschlag"

Das umstrittene Seilbahnprojekt "Brückenschlag" über das Ruhegebiet Kalkkögel in Tirol steht vor dem Aus. Das Millionenprojekt, das seit Jahren für heftige Debatten im Land sorgt, widerspricht der Alpenkonvention. Das geht aus mehreren aktuellen Studien hervor, deren Ergebnisse am Montag von Tirols Landtagspräsident Herwig van Staa präsentiert wurden. "Die Studien sind eindeutig", sagt van Staa. Das Projekt ist "gestorben"!

Während die Wirtschaftlichkeit des Projektes in einer der Studien mehr oder weniger bestätigt wurde, widersprechen vor allem zwei Studien dem Vorhaben. 1. Die Alpenkonvention! Der "Brückenschlag" ist damit nicht vereinbar. Würde das Vorhaben realisiert werden, dann würde es eine Klagsflut geben. 2. Verfassungsexpertin Prof. Anna Gamper schreibt in ihrer Studie, dass das Projekt verfassungswidrig ist. "Ich werde den Klubobleuten sicher nicht vorgreifen, doch die Aussagen der Studien sind eindeutig", sagt Herwig van Staa.

ÖVP gibt am Dienstag Pressekonferenz mit FP und impuls tirol

Während sich die ÖVP offiziell erst am Dienstag dazu äußern wird (es gibt am Dienstag Vormittag eine gemeinsame Pressekonferenz von VP, FP und impuls tirol), hat der grüne Klubobmann Gebi Mair seiner Freude bereits Ausdruck verliehen: "Der Schutz der Kalkkögel ist fixiert. Wir haben nicht nur Umwelt und Bevölkerung hinter uns, sondern auch noch das Recht. Es war gut, dass der Landtag diese Prüfung in Auftrag gegeben hat, um Klarheit zu schaffen. Ich hoffe, dass dies auch der restliche Landtag zur Kenntnis nimmt!"

Widerstand von der Wirtschaftskammer

"Der Brückenschlag wird wohl etwas zu voreilig zu Grabe getragen", wundert sich WK-Präsident Jürgen Bodenseer über das voreilige "Nein" der Politik zum Seilbahnprojekt zwischen der Axamer Lizum und der Schlick 2000. Die Gutachten werden von den Juristen in der Wirtschaftskammer eingehend geprüft, verspricht Bodenseer. Es wird von uns auf jeden Fall einen alternativen Vorschlag für eine entsprechende Novelle des Naturschutzgesetzes geben. "Wir geben uns mit der heute präsentierten Antwort nicht zufrieden und werden uns jetzt auch die Verfassungskonformität anderer Passagen des Tiroler Naturschutzgesetzes näher ansehen und prüfen lassen". Eine verfassungskonforme Änderung des Naturschutzgesetzes ist mit etwas politischem Willen jedenfalls weiterhin möglich und wird von der Wirtschaftskammer im Interesse des Stubaitals, Mittelgebirges und Großraum Innsbruck auch weiterhin gefordert.

Befürworter sehen sich auch bestätigt

"Wir sehen in den uns zur Zeit bekannten Prüfergebnissen nach einer juristischen Analyse absolut kein K.O. des Brückenschlages, sondern vielmehr eine Bestätigung unseres Weges. Wenn es einzelne Punkte gibt, die nach zu bessern sind, dann kann dies jederzeit stattfinden. Jedenfalls wurde bestätigt, dass der Brückenschlag wirtschaftlich sinnvoll, tourismus-strategisch notwendig und auch technisch umsetzbar ist", stellt dazu der Obmann des Planungsverbandes Westliches Mittelgebirge Rudolf Nagl fest.

Nagl: Platter und Wolf an Zusagen erinnern

"Ich werde weiterhin auf die Zusagen und Versprechen unseres Landeshauptmanns Platter und von Klubobmann Jakob Wolf bauen und sie daran angemessen erinnern", fügt der Axamer Bürgermeister an.

Tirol

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