Ein Sieg muss her

„Nicht gut genug!“ Salzburg steht nun unter Druck

Europa League
06.11.2026 05:36
Porträt von Sebastian Steinbichler
Porträt von krone Sport
Von Sebastian Steinbichler und krone Sport

Red Bull Salzburg ließ am Donnerstag in der Europa League gegen Anderlecht lange Zeit fast alles vermissen, verlor am Ende verdient mit 0:2.  Nach der Partie fanden die Spieler klare Worte. „Um ehrlich zu sein, war es einfach nicht gut genug von uns“, so Yorbe Vertessen. 

Hängende Köpfe nach 90 Minuten am Donnerstagabend bei den Bullen! Kurz zuvor hatten die Salzburger mit 0:2 gegen Anderlecht am vierten Spieltag der Europa League völlig verdient verloren. „Dieses Spiel verlierst du in der ersten Halbzeit“, resümierte Stürmer Haris Tabakovic. Aber der Reihe nach ...

Wie erwartet stellte Trainer Danny Röhl seinen Landsmann Tim Drexler neben Valentin Zabransky in die Innenverteidigung. Die neuformierte Viererkette stand früh unter Druck. Nach zwei erfolgreichen Rettungstaten durch Leandro Morgalla und Christian Zawieschitzky zog Linksverteidiger Frans Krätzig ein Foul kurz vor der Strafraumgrenze. Den fälligen Freistoß versenkte Ludwig Augustinsson zum 1:0 (20.)!

Ludwig Augustinsson (li.) ließ Anderlicht jubeln.
Ludwig Augustinsson (li.) ließ Anderlicht jubeln.(Bild: GEPA)

Für Salzburg war das Gegentor kein Weckruf. Im Gegenteil: Die Bullen wirkten benommen, leisteten sich Fehler um Fehler. Trainer Röhl schickte mehrere Spieler zum Aufwärmen. Mit dem biederen Auftritt seiner Mannschaft konnte er nicht zufrieden sein. Währenddessen bewahrte Tormann Zawieschitzky seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand. „Am Ende habe ich aber Tore gefressen. Da kann man jetzt auch nichts schönreden“, sagte er.

Salzburg-Trainer Danny Röhl war nicht zufrieden.
Salzburg-Trainer Danny Röhl war nicht zufrieden.(Bild: GEPA)

Die Unterlegenheit in den ersten 45 Minuten unterstrich Kapitän Tabakovic: „Sie (Anderlecht, Anm.) waren viel, viel besser. Das muss man zugeben. Nach vorn ging bei uns gar nichts.“ Röhl befand beim Blick auf die erste Halbzeit: „Wir waren nicht schnell genug im Kopf und nicht mutig genug.“

Drei Spiele sieglos
Das änderte sich nach der Pause. Mit ein paar Umstellungen wirkten die Gäste plötzlich besser im Spiel und stellten die vielen Fehler ab. Gefährlich wurde es für die Hausherren aber dennoch lange nicht. 

Die erste echte Chance der Bullen ließ rund 70 Minuten auf sich warten. Tabakovic kam nach einer Ecke frei zum Ball, köpfte aber drüber. Fünf Minuten später stand das Stadion Kopf, die heimischen Fans bejubelten das 2:0. Nach Studium des Videoschiris nahm Referee Elcin Masiyev den Treffer aber zurück. Der Ball hatte sich in der Entstehung im Aus befunden. Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit vergab Verteidiger Drexler die Riesenchance auf den Ausgleich. Der Deutsche schoss Anderlechts Tormann Colin Coosemans ins Gesicht. „Mit Glück könnte es da auch ein Tor geben“, meinte Tabakovic, schloss aber gleich an: „Am Ende ist es eine völlig verdiente Niederlage.“ 

In den Schlussminuten bestrafte Anderlecht auch noch Salzburgs schwache Verwertung der wenigen Möglichkeiten. Marten Winkler machte im Konter in der Nachspielzeit den Deckel drauf – 2:0! Damit ist Salzburg international drei Spiele sieglos. Für die Play-offs, also einen Platz in den Top-24, braucht es jetzt dringend eine Steigerung, aktuell liegt man auf Rang 26.

So geht es weiter
Am 26. November muss gegen Ararat-Armenia unbedingt ein Sieg her, die Armenier sind als einziges Team noch punktlos. Danach geht es vor Weihnachten noch gegen Sparta Prag zu Hause. 2027 warten noch schwierige Duelle mit Bayer Leverkusen (a) und Crystal Palace (h).

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