









Am Naturfriedhof Rauchkogel gibt es bewusst keine Absperrung. Nur 25 der 3000 Urnengräber sind bisher belegt. Spazierwege führen fast an den letzten Ruhestätten vorbei.
Keine Enge durch Friedhofsmauern oder Grabsteine findet man am Naturfriedhof Rauchkogel in Maria Enzersdorf, Bezirk Mödling. Vielmehr ist es das „Zusammenführen von beiden Welten“, wie es Klemens Figlhuber, Gründer und Gesellschafter der Bestattung Himmelblau, nennt. Leben und Tod ganz dicht beisammen, mit verschwimmenden Grenzen. Kein Zaun trennt den Spazierweg von den Urnengräbern, die Schüler des Gymnasiums laufen hier vorbei, eine Frau geht mit ihrem kleinen, schwarzen Hund Gassi – beide im rosa Steppmantel.










Urnengräber unter Wein- und Rosenstöcken
Seit dem heurigen Sommer sind hier in den Weingärten des Schottenstifts Beisetzungen möglich. Platz ist für 3000 Urnen, belegt sind aktuell 25 Plätze. Pro Wein- oder Rosenstock sind bis zu zwei Gräber vorgesehen, Familiengräber können für bis zu sechs Urnen letzte Ruhestätte sein. Die klassische Grabpflege entfällt, weil weder Blumenschmuck noch Kerzen erlaubt sind. „Es ist ein naturbelassener Ort ohne morbiden Charakter“, umschreibt es Bestatter Figlhuber, während er seinen Blick über das 25.000 Quadratmeter große Areal mit freier Aussicht auf die Burg Liechtenstein schweifen lässt.
Zu Lebzeiten die letzte Ruhestätte aussuchen
Plätze lassen sich bereits zu Lebzeiten reservieren, einmal im Monat finden geführte Rundgänge mit Anmeldung statt. Für Sternenkinder gibt es einen eigenen Bereich und auch anonyme Bestattungen sind dort möglich. Die Gräber werden wie üblich auf zehn Jahre genommen, danach können sie verlängert werden. Der Naturfriedhof wird zwar vom Bestattungsunternehmen Himmelblau betreut, es können aber auch andere Bestatter genommen werden.
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