Ein gemütliches Feierabendbierchen oder einen Weißen Spritzer nach der Arbeit, der Kaffee am Nachmittag – oder einfach nur ein Wasser aus der Leitung, um den großen Durst zu löschen: Wer sich das in einem Wirtshaus gönnt, muss leider immer noch tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt eine aktuelle Getränkepreiserhebung der Arbeiterkammer Tirol.
Der Trend setzt sich fort, wie die aktuelle AK-Studie beweist: Im September 2026 sind demnach die durchschnittlichen Getränkepreise in Tirols Wirtshäusern gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Die Teuerungen liegen je nach Getränk zwischen 2,42 und 5,79 Prozent. Auch für Leitungswasser müssen Gäste zunehmend bezahlen.
Im Zuge der Getränkepreiserhebung wurden die Preise in 47 ausgewählten Wirtshäusern aus allen Tiroler Bezirken erhoben.
Alkoholfreie Getränke spürbar teurer
Ein kleines Glas Cola mit 0,3 Litern kostet in Tirols Wirtshäusern zwischen 3,20 und 4,60 Euro. Der Durchschnittspreis liegt bei 3,94 Euro – ein Plus von 5,14 Prozent gegenüber 2025. Ähnlich stark verteuerte sich Eistee: Für eine Flasche mit 0,33 Litern werden zwischen 3,10 und 4,90 Euro verlangt. Im Schnitt beträgt der Preis 4,06 Euro.
Auch beim Apfelsaft zeigt sich die Entwicklung. Ein Glas mit 0,3 Litern kostet durchschnittlich 4 Euro, das entspricht einer Steigerung von 4,04 Prozent. Noch stärker fiel der Anstieg bei mit Leitungswasser aufgespritztem Apfelsaft aus: Hier beträgt die durchschnittliche Teuerung 5,79 Prozent. Der Preis – die Rede ist weiter von 0,3 Litern – liegt im Schnitt bei 3,73 Euro.
Für eine 0,33-Liter-Flasche Mineralwasser bezahlen Gäste durchschnittlich 3,54 Euro. Die Preise reichen von 2,70 bis 4,50 Euro, der Durchschnittspreis stieg um 3,20 Prozent. Bei Fruchtnektar fallen die Erhöhungen je nach Zubereitung unterschiedlich aus: Mit Leitungswasser gemischter Fruchtnektar (0,5 l) wurde im Schnitt um 2,55 Prozent teurer, mit Sodawasser aufgespritzter Fruchtnektar um 2,42 Prozent. Purer Fruchtnektar mit 0,2 Litern kostet zwischen 3 und 4,90 Euro.
Auch beim klassischen „Verlängerten“ müssen Gäste mehr bezahlen. Die erhobenen Preise liegen zwischen 2,90 und 4,20 Euro. Im Durchschnitt verteuerte sich der Kaffee gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent.
Großes Bier bis zu sechs Euro
Nicht nur alkoholfreie Getränke sind von den Preissteigerungen betroffen. Bei alkoholischen Getränken setzt sich der Aufwärtstrend ebenfalls fort. Ein kleines Bier vom Fass mit 0,3 Litern kostet zwischen 3,40 und 4,80 Euro. Der durchschnittliche Preis stieg um 3,74 Prozent. Für ein großes Bier mit 0,5 Litern werden zwischen 4,40 und 6 Euro verlangt. Hier beträgt die durchschnittliche Erhöhung 3,95 Prozent.
Auch Wein ist betroffen: Ein Viertelliter Weißwein süß kostet zwischen 3,20 und 5,20 Euro und wurde im Durchschnitt um 3,72 Prozent teurer. Für Weißwein sauer werden zwischen 2,80 und 5 Euro fällig. Die durchschnittliche Preissteigerung beträgt 4,02 Prozent.
Leitungswasser immer häufiger kostenpflichtig
Ein weiterer Trend fällt bei der AK-Erhebung auf: Immer mehr Wirtshäuser verrechnen Leitungswasser. Im Zuge der aktuellen Studie gaben 22 der 47 befragten Betriebe an, dafür Geld zu verlangen. Sechs Wirtshäuser, die Leitungswasser im Vorjahr noch kostenlos angeboten hatten, verlangen jetzt dafür. Fünf der insgesamt 22 Betriebe verrechnen Leitungswasser allerdings nur dann, wenn keine weiteren Getränke oder Speisen konsumiert werden.
Wie viel Gäste bezahlen müssen, unterscheidet sich erheblich: Für einen halben Liter Leitungswasser liegen die Preise zwischen 0,50 und 3,50 Euro.
In zehn Wirtshäusern werde Leitungswasser zudem unter Bezeichnungen wie „Wellwasser“, „Quellwasser“ oder „Granderwasser“ angeboten. „Ob derartige ,Spezialwässer‘ der hervorragenden Tiroler Wasserqualität überlegen sind, sei dahingestellt“, heißt es vonseiten der Konsumentenschützer.
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