Wegen Fußball

72-Jähriger starb nach Rempelei mit Kids

Österreich
28.02.2006 07:59
Tragischer Ausgang einer an sich harmlosen Rempelei vor einem Spielplatz in Wien-Döbling: Ein Großvater führte seinen Enkel im Kinderwagen spazieren, als neben ihm ein Fußball aufprallte. Der Pensionist fing diesen wutentbrannt. Weil er ihn nicht mehr zurückgab, versetzte ein 15-Jähriger dem 72-Jährigen einen Stoß - der stürzte so unglücklich, dass er starb!

Seine Tochter war mit dem älteren Kind im nahen Einkaufszentrum, und der ehemalige Sektionsleiter im Sozialministerium schob den zweiten Enkel im Kinderwagen zum Sportkäfig, in dem mehrere Jugendliche kickten. Im Eifer des Gefechts flog der Ball über den Zaun und verfehlte den Opa und Säugling nur um Haaresbreite. "Der Pensionist geriet so in Rage, dass er den Ball nicht mehr rausrückte", so ein Zeuge.

Die erst 14-jährige Barbara ging zu dem Mann und forderte den Ball zurück. Laut den Ermittlern der Kripo West (Gruppe Schadler) schleuderte der Wiener dem Mädchen diesen ins Gesicht. "Da stürmte ihr Bruder Michael (15) zu dem 72-Jährigen und gab ihm einen Schubs", schildert Major Klaus Mair. Der Pensionist fiel mit dem Kopf auf den Asphalt und blieb liegen, worauf die Jugendlichen entsetzt wegrannten.

Detektive forschten Geschwister aus
Die Tochter des Verletzten sah, wie das Opfer von der Wiener Rettung erstversorgt wurde. "Dr. Gerhard K. wurde ins Wilhelminenspital gebracht. Er starb am nächsten Tag", erklärt der Notarzt. Die erschütterten Angehörigen beauftragten ein Detektivbüro, nachzuforschen, was auf dem Spielplatz geschehen ist und wer die Schüler sind. "Nach mühsamer Kleinarbeit fanden wir die Jugendlichen in ihrer Wohnung. Der Bursche fiel aus allen Wolken, als er hörte, dass der Mann tot ist", so Andreas K. Schweitzer und Lukas Helmberger. Die Geschwister wurden angezeigt. 

Text: Florian Hitz, Kronen Zeitung

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