Fälschte auch Belege

Magistratsmitarbeiterin zweigte rund 100.000 € ab

Österreich
21.12.2014 13:03
Eine riesengroße Gaunerei ist in der Messestadt Wels erst nach Jahren aufgedeckt worden: Eine seit dem Jahr 1999 beim Magistrat beschäftigte Kassierin soll mehr als 100.000 Euro unterschlagen haben, indem sie Eintrittsgelder aus dem Erlebnisbad Welldorado in die eigene Tasche steckte. Um nicht aufzufliegen, fälschte die Frau sogar Belege.

"Da ging es nicht um Not, da steckt eindeutig kriminelle Energie dahinter", bestätigt die Welser Magistratsdirektorin Renate Kamleithner gegenüber der "OÖ-Krone" den brisanten Fall: Nach einer anonymen Mitteilung an die Magistratschefin flog Ende November auf, dass die Mitarbeiterin im städtischen Erlebnisbad Welldorado Eintrittsgelder in die eigene Tasche gesteckt haben soll.

Mitarbeiterin nach Bekanntwerden der Gaunerei entlassen
Bei internen Nachforschungen fanden leitende Beamte dann heraus, dass sich die Angestellte seit mindestens drei Jahren großzügig bedient haben soll. "Das können wir nachweisen. Was vorher gewesen sein könnte, wird noch geprüft", sagt Kamleithner, die nach Bekanntwerden der jahrelangen Gaunerei auch sofort konsequent handelte: Die diebische Mitarbeiterin wurde fristlos entlassen.

Offenbar versuchte die Verdächtige zunächst noch, den Zwischenfall herunterzuspielen. Sie zahlte einen kleinen Teil des unterschlagenen Geldes zurück, hoffte so, einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu entgehen. Dennoch: Mittlerweile laufen intensive Ermittlungen gegen die Frau, die sich trotz der schwerwiegenden Vorwürfe aber auf freiem Fuß befindet.

Mehr als 100.000 Euro Schaden
Besonders brisant: Um nicht aufzufliegen, fälschte die Magistratsmitarbeiterin Belege - weshalb es auch schwierig ist, die exakte Schadenssumme zu eruieren. Im Welser Rathaus geht man aber schon davon aus, dass es um weit mehr als 100.000 Euro städtisches Geld geht, weil ja das Freibad, das Hallenbad und die Sauna im Welldorado der Stadt Wels gehören.

Im Rathaus ist man jedenfalls zerknirscht, dass dieser Betrug so lange unentdeckt blieb. Um vorzubeugen, lässt Kamleithner jetzt einen eigenen Mitarbeiter ausbilden, um die Kontrollen im Magistrat zu verschärfen.

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