Nach Riesenwirbel

Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zog Kinderkostüm zurück

Ausland
03.10.2026 12:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Alle Jahre wieder ... sorgt in der Modewelt eine misslungene Kreation für Wirbel. (Auch) dieses Jahr stammt diese von der spanischen Modekette Zara. Ein Halloween-„Bräutigams“-Anzug für Kinder wurde aus dem Sortiment genommen, nachdem Kritiker Ähnlichkeiten zur Kluft von KZ-Häftlingen während der Nazi-Diktatur aufgezeigt hatten.

Das Kostüm mit blauen und weißen Längsstreifen bestand aus einer Jacke und einer Hose, die beide extrem abgetragen wirkten. Zudem waren Aufdrucke zu sehen, die an Stacheldraht erinnern. Aufnäher an den Ärmeln erweckten den Eindruck von Häftlingsnummern.

„Albtraumhafte Ideen“
„Die spanische Modekette Zara entsetzt ihre Kunden in Europa mit einer weiteren ihrer albtraumhaften Ideen – einem Kostüm im Stil der nationalsozialistischen Konzentrationslager“, schrieb zum Beispiel der israelische Journalist Dov Gil-Har auf der Plattform X (siehe Beitrag unten). 

Eine erboste X-Userin schreibt: „Selbst das Hauptquartier von ZARA angerufen, dass, wenn sie diesen Anzug, den mein Opa in jungen Jahren auch tragen musste (in Auschwitz, aber das sei dahingestellt), ganz fertigstellen wollen, nur noch eine Nummer drauf muss.“

„Wir bedauern Missverständnis“
Im Online-Angebot des Moderiesen ist das Kostüm inzwischen nicht mehr zu finden. „Zara Home bedauert jedes Missverständnis, das dieses Halloween-Bräutigam-Kinderkostüm verursacht haben könnte. Es ist weder in unseren Filialen noch online weiterhin erhältlich“, antwortete die Pressestelle des Moderiesen auf eine Anfrage. Die Frage, wieso die Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung bei internen Kontrollen nicht auffiel, ließ das Unternehmen unbeantwortet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Zara mit Produkten auffällt, die mit dem Nationalsozialismus assoziiert werden. 2014 musste Zara ein blau-weiß gestreiftes Kinderhemd zurückziehen, das einen gelben sechszackigen Stern auf der linken Brust hatte. Es erinnerte an die sogenannten Judensterne, die die Nazis jüdischen Menschen in Deutschland aufzwangen, um sie öffentlich sichtbar zu stigmatisieren. 2007 wurde eine Stofftasche in Zara-Filialen angeboten, die neben Blumenmustern auch mit Hakenkreuzen dekoriert war.

Wirbel um Adidas-Schuhe mit Fußfesseln
Auch andere Firmen haben schon mit provokanten Designs für Empörung in der Öffentlichkeit gesorgt. Der Sportartikelhersteller Adidas beispielsweise musste 2012 Jahren die Produktion eines Turnschuhs einstellen, weil die als Designelement aufgedruckten Fußfesseln von vielen als Provokation gegen Afroamerikaner und Ignoranz gegenüber der Geschichte der Sklaverei gesehen wurden.

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