Di, 22. Jänner 2019

In Jacke versteckt

17.12.2014 09:06

Kranke Hundebabys von Pärchen in Wien verkauft

Am Dienstag konnten zwei Mitarbeiterinnen der Organisation "Vier Pfoten" in Wien-Donaustadt ein slowakisches Pärchen überführen, das ihnen mitten auf offener Straße zwei Welpen verkaufen wollte. Zuvor waren sie über diverse Online-Inserate auf die Händler aufmerksam geworden. Die Tierschützer gaben sich als Interessenten aus und schalteten die Polizei und die zuständige Amtstierärztin ein.

Die beiden Welpen, ein Yorkshire-Terrier und ein Chihuahua-Bichon-Mix, wurden konfisziert und in das Wiener Tierschutzhaus gebracht. Laut Tierärztin leidet der Yorkshire-Terrier an Milbenbefall, der Chihuahua-Bichon-Mix an einer Kehlkopfentzündung. Die Polizei wird Anzeige wegen illegalen öffentlichen Feilbietens von Tieren durch Private erstatten. Ob noch andere Delikte zur Anzeige gebracht werden, wird noch geprüft.

Zitternde, kranke Welpen in Jacke versteckt
"Wir haben unseren Augen nicht getraut, als die beiden Händler mitten auf der Straße ihre Jacken öffneten und wir diese winzigen Hunde gesehen haben. Die Tiere haben stark gezittert in der Kälte", erzählt Veronika Weissenböck aus dem "Vier Pfoten"-Kampagnenteam, die bei der Aktion dabei war. "Der Yorkshire-Terrier hat außerdem eine großflächige Hautverletzung beziehungsweise schütteres Fell, was auf den Milbenbefall zurückzuführen ist. Gott sei Dank scheinen sie, anders als so viele der geschmuggelten Welpen, keine ernsthafte Krankheiten zu haben."

Tierschützer und Behörden arbeiteten zusammen
Einen slowakischen Impfpass hatte das Pärchen zwar dabei, jedoch ist ein EU-Heimtierausweis mit eingetragener Tollwutimpfung vorgeschrieben, um ein Heimtier über die Grenze bringen zu dürfen. Im Auto des Paares, in dem es stark nach Hundeurin roch, fanden die Polizeibeamten außerdem noch eine größere Menge an Impfstoffen. "Die Zusammenarbeit mit Polizei und MA60 hat wieder hervorragend funktioniert. Wir freuen uns sehr, dass die Behörden in Wien beim Kampf gegen den illegalen Welpenhandel so engagiert sind", lobt Veronika Weissenböck.

Welpenmafia verdient vor Weihnachten ausgezeichnet
Gerade in der Vorweihnachtszeit boomt das Geschäft der Welpenmafia, da Hundebabys leider immer noch beliebte Weihnachtsgeschenke sind. Und Online-Plattformen sind hervorragende Umschlageplätze, da es hier aufgrund der mangelnden Kontrollen einfacher ist, das gesetzliche Verbot des öffentlichen Feilbietens von Tieren durch Private zu umgehen.

Hunde niemals als Internet-Schnäppchen kaufen
"Wir möchten gerade vor Weihnachten noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich Tiere als Geschenke nicht eignen. Sie sind Lebewesen, deren Haltung mit viel Verantwortung verbunden ist", sagt Veronika Weissenböck abschließend. "Und wer sich auf Schnäppchen im Internet einlässt, um etwa einen Rassewelpen zu kaufen, der geht ein enormes Risiko ein und nimmt Tierleid von unter katastrophalen Umständen produzierten und häufig kranken Welpen in Kauf."

Die beiden Welpen würden sich übrigens auf ein neues, liebevolles Zuhause freuen. Interessierte können sich unter Tel.: 01/699 24 50 beim Wiener Tierschutzverein melden.

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